Unternehmen melden verschärfte Kreditbedingungen und steigenden Finanzierungsbedarf
BDE Press Read in English

Unternehmen melden verschärfte Kreditbedingungen und steigenden Finanzierungsbedarf

Die Unternehmen im Euroraum berichten über eine deutliche Verschärfung der Kreditbedingungen im vierten Quartal 2025. Gleichzeitig stieg der Finanzierungsbedarf, während die Verfügbarkeit von Bankkrediten sank.

Kreditmärkte ziehen die Zügel an

Im vierten Quartal 2025 meldeten Unternehmen im Euroraum eine deutliche Verschärfung der Kreditbedingungen.

Die Zinsen für Bankkredite stiegen netto um 12 Prozent, verglichen mit 2 Prozent im Vorquartal.

Auch andere Finanzierungskosten wie Gebühren und Provisionen wurden von netto 28 Prozent der Firmen als gestiegen wahrgenommen (Vorquartal: 23 Prozent).

Die Anforderungen an Sicherheiten erhöhten sich netto um 14 Prozent.

Gleichzeitig stieg der Bedarf an Bankkrediten moderat um netto 3 Prozent, während die wahrgenommene Verfügbarkeit um netto 2 Prozent sank.

Dies führte zu einer Ausweitung der Finanzierungslücke auf netto 3 Prozent.

Die Unternehmen erwarten, dass die Verfügbarkeit externer Finanzierungen in den nächsten drei Monaten weitgehend unverändert bleibt.

Gemischte Signale aus der Unternehmenswelt

Der allgemeine Wirtschaftsausblick bleibt für netto 20 Prozent der Unternehmen der Hauptfaktor, der die Verfügbarkeit externer Finanzierungen einschränkt.

Gleichzeitig verbesserte sich die Kreditvergabebereitschaft der Banken leicht um netto 4 Prozent.

Der firmenspezifische Ausblick, insbesondere in Bezug auf Umsatz und Gewinne, wirkte sich jedoch negativer auf die Finanzierungsverfügbarkeit aus.

Der Umsatz stieg in den letzten drei Monaten um netto 7 Prozent.

Die Optimismusquote für das nächste Quartal sank auf netto 18 Prozent (von 25 Prozent).

Netto 10 Prozent der Firmen meldeten geringere Gewinne, und die Investitionen stiegen um netto 6 Prozent.

Inflationsrisiken bleiben, KI-Potenzial ungenutzt

Die Inflationserwartungen der Unternehmen verharren auf erhöhtem Niveau; die Mehrheit sieht weiterhin Aufwärtsrisiken für die langfristige Teuerung.

Zugleich wird künstliche Intelligenz im Euroraum noch nicht flächendeckend genutzt, besonders bei KMU.

Dies signalisiert ungenutztes Produktivitätspotenzial, dessen Erschließung für Europas Wettbewerbsfähigkeit entscheidend wäre.