BDE: Lateinamerika-Forum stärkt strategische Initiative
Die Banco de España verstärkt ihr Engagement in Lateinamerika mit dem neuen Lateinamerika-Wirtschaftsforum. Die Initiative unterstreicht die strategische Bedeutung der Region für Spaniens Wirtschaft und Bankensektor.
Wirtschaftliche Brücke nach Lateinamerika
Lateinamerika ist für Spaniens Wirtschaft und Bankensystem die wichtigste Region außerhalb Europas.
Enge wirtschaftliche Beziehungen bestehen seit den 1990er Jahren durch Banken und Investitionen; der Handel wuchs parallel.
Zudem ist Lateinamerika seit der Jahrhundertwende die Hauptquelle der Einwanderung nach Spanien.
Rund 25 Prozent der Gesamtaktiva spanischer Banken befinden sich in Lateinamerika, insbesondere in Mexiko und Brasilien.
Im Jahr 2025 entfiel die Hälfte der Gewinne der beiden größten spanischen Banken in der Region auf Lateinamerika.
30 Prozent der spanischen Direktinvestitionen im Ausland sind in Lateinamerika gebunden.
Lateinamerika macht etwa 6 Prozent des spanischen Warenhandels aus.
Bis 2025 waren über 4,5 Millionen Lateinamerikaner nach Spanien gezogen, was fast der Hälfte der Einwanderer des Landes entspricht.
Die Banco de España überwacht und analysiert die lateinamerikanischen Volkswirtschaften genau und ist damit die Referenz-Zentralbank des Eurosystems für die Region.
Zu den wichtigsten Publikationen gehört der zweimal jährlich erscheinende Bericht über die lateinamerikanische Wirtschaft, der seit 2003 die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung abdeckt.
Seit Mitte 2023 werden zudem halbjährlich Vulnerabilitätsindikatoren für die wichtigsten Schwellenländer, meist in Lateinamerika, veröffentlicht.
Monatlich aktualisiert die BDE auch die von ihren Forschern entwickelten Economic Policy Uncertainty (EPU)-Indizes für 18 lateinamerikanische Länder.
Kooperation als strategisches Fundament
Die internationale Zusammenarbeit der Banco de España mit lateinamerikanischen Partnerinstitutionen ist ein Kernpfeiler ihres Engagements.
Die BDE kooperiert bilateral und multilateral, unter anderem mit dem Center for Latin American Monetary Studies (CEMLA), der Association of Supervisors of Banks of the Americas (ASBA) und der EZB.
Im Jahr 2025 waren über die Hälfte der internationalen Kooperationsaktivitäten der BDE auf Lateinamerika ausgerichtet.
Das neue Lateinamerika-Wirtschaftsforum verstärkt dieses strategische Engagement.
Es bringt regelmäßig Zentralbankgouverneure und Ökonomen zusammen, um die wichtigsten wirtschaftlichen Herausforderungen der Region zu diskutieren.
Die erste Ausgabe fand am 8. und 9. Mai 2026 in Roda de Bará (Tarragona) statt.
Die Agenda umfasste Kapitalflüsse, Wechselkurse, Zölle, Geoökonomie und digitale Zahlungen.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hielt die Eröffnungsrede.
Gouverneur José Luis Escrivá betonte die Bedeutung solcher Foren für die Bewältigung wirtschaftspolitischer Herausforderungen.
Strategie mit Substanz
Dieser Blogpost ist mehr als eine bloße Ankündigung; er ist ein klares Bekenntnis zu einer strategischen Priorität.
Die detaillierten Fakten und Zahlen unterstreichen die tiefen, vielfältigen Bindungen zwischen Spanien und Lateinamerika und rechtfertigen die führende Rolle der Banco de España im Eurosystem für diese Region.
Das neue Forum ist somit keine bloße PR-Veranstaltung, sondern ein notwendiges Instrument, um den Dialog in einer zunehmend komplexen Welt zu vertiefen und die finanzielle Stabilität zu sichern.