Banco de España schließt Datenlücke bei Vermögensverteilung der Haushalte
Die Banco de España (BDE) führt neue Verteilungs-Vermögenskonten (DWA) ein. Diese kombinieren Mikro- und Makrodaten, um vierteljährlich die Vermögens- und Schuldenverteilung spanischer Haushalte zu analysieren.
Brücke zwischen Mikro- und Makrodaten
Bislang war die Analyse der Vermögensverteilung spanischer Haushalte eine Herausforderung.
Die 'Spanish Survey of Household Finances' (EFF) der Banco de España liefert zwar detaillierte Mikrodaten zu Vermögen und Schulden verschiedener Bevölkerungsgruppen, wird aber nur alle zwei Jahre veröffentlicht.
Dies erschwert die Überwachung von Veränderungen, insbesondere in volatilen Wirtschaftsphasen.
Die nationalen Gesamtrechnungen hingegen bieten häufigere Daten zur Gesamtvermögenslage der Haushalte, unterscheiden jedoch nicht nach Bevölkerungsgruppen.
Diese Informationslücke schließen die neu eingeführten Verteilungs-Vermögenskonten (DWA).
Ihr Zweck ist es, vierteljährlich und konsistent mit den nationalen Gesamtrechnungen Daten zur Verteilung des gesamten Haushaltsvermögens und der Schulden über verschiedene Haushaltsgruppen in jedem Euro-Währungsgebiet bereitzustellen.
Die DWA-Statistiken wurden nach internationalen Empfehlungen, wie denen der G20 nach der globalen Finanzkrise, entwickelt, um eine regelmäßige Erfassung und Verbreitung zuverlässiger, hochfrequenter Statistiken zu fördern.
Methodik: Datenquellen kombiniert
Die Erstellung der Verteilungs-Vermögenskonten ist methodisch anspruchsvoll und kombiniert Mikrodaten der EZB-Haushaltsfinanz- und Konsumstudie (HFCS, in Spanien EFF) mit Aggregaten der nationalen Gesamtrechnungen.
Der Prozess gliedert sich in drei Hauptstufen: Zuerst wird die **Vergleichbarkeit** von Vermögens- und Schuldenkonzepten zwischen Umfragen und Gesamtrechnungen hergestellt.
Danach erfolgt die **Abstimmung**, bei der die Mikrodaten an die Aggregate der nationalen Gesamtrechnungen angepasst werden, inklusive der Schätzung des Vermögens reicher Haushalte.
Schließlich werden die vierteljährlichen DWA durch **lineare Interpolation und Extrapolation** geschätzt, um kontinuierliche Zeitreihen zu erhalten.
Diese Methodik ermöglicht eine konsistente und detaillierte vierteljährliche Überwachung der Vermögensverteilung.
Wichtiger Schritt, noch experimentell
Die Verteilungs-Vermögenskonten stellen einen wichtigen Fortschritt für die Analyse der Haushaltsvermögensverteilung dar.
Sie bieten eine dringend benötigte, häufigere und detailliertere Übersicht über Vermögen und Schulden in Spanien, was das Verständnis wirtschaftlicher Herausforderungen verbessert.
Trotz ihres experimentellen Charakters und des Bedarfs an weiterer Harmonisierung sind sie ein vielversprechendes Werkzeug für Politik und Forschung.