BDE-Studie: Bankenrettung lenkt Kredit um – Fokus auf Risikokunden
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BDE-Studie: Bankenrettung lenkt Kredit um – Fokus auf Risikokunden

Eine neue Studie der Banco de España (BDE) untersucht die Auswirkungen von Bankenresolutionen durch Unternehmensverkauf (SoB) auf die Kreditvergabe. Sie zeigt, wie die übernehmende Bank die Kreditallokation neu gestaltet, um risikoreichere, übernommene Kreditnehmer zu unterstützen.

Kreditumlenkung trotz Kapitalengpass

Die Studie liefert erstmals mikroökonomische Belege, wie eine SoB-Resolution die Kreditallokation umgestaltet.

Im Fokus steht die Resolution einer großen spanischen Bank nach der globalen Finanzkrise.

Die übernehmende Bank bewahrte Kreditbeziehungen und priorisierte die Unterstützung risikoreicherer, übernommener Kreditnehmer, die am stärksten von Kürzungen durch konkurrierende Banken betroffen waren.

Diese Stabilisierung erfolgte trotz strengerer Kapitalauflagen, da die übernehmende Bank Kredite strategisch innerhalb ihres breiteren Portfolios umverteilte und sich von kapitalintensiveren Engagements wegbewegte.

Durch die Bewahrung von Krediten und realwirtschaftlichen Ergebnissen für die übernommenen Kreditnehmer verdeutlicht die SoB-Resolution das Potenzial dieses Instruments, Störungen der Realwirtschaft zu begrenzen, abhängig von der strategischen Ausrichtung und Kapitalkapazität des Erwerbers.

Die Ergebnisse unterstreichen das Zusammenspiel von Anreizen zur Franchise-Erhaltung und Kapitalbeschränkungen bei der Gestaltung der Kreditumverteilung während Bankenresolutionen.

Das Paradox der Nicht-Übernehmer

Die Analyse nutzt Daten des spanischen Zentralen Kreditregisters und firmenbezogene Informationen.

Sie deckt über 200.000 Kreditbeziehungen von 72 Banken zu 80.284 Unternehmen über neun Quartale ab.

Im Gegensatz zur übernehmenden Bank reduzierten Banken, die nicht an der Transaktion beteiligt waren, ihre Kreditvergabe an Kreditnehmer der gescheiterten Bank, insbesondere an jene, die ex ante als risikoreicher eingestuft wurden.

Konkret kürzten nicht-übernehmende Banken die Kredite an riskante Kreditnehmer der gescheiterten Bank um etwa 5 Prozent im Vergleich zu sichereren Kreditnehmern.

Diese Kürzung zeigte sich auch dynamisch, wobei die Kredite an diese Unternehmen im Jahr nach der Resolution vierteljährlich um etwa 2 Prozent zurückgingen.

Diese Muster deuten darauf hin, dass das Scheitern negative Informationen über die Kreditnehmerqualität vermittelte oder Unsicherheit hinsichtlich der Fortsetzung dieser Kreditbeziehungen hervorrief.

Die Resolution der Banco Popular Español, die 2017 an Banco Santander verkauft wurde, dient als zentrale Fallstudie.