CECL-Modell erschwert Investoren Banken-Ergebnisverarbeitung
Ein Working Paper des Banco de España zeigt: Das CECL-Modell reduziert die Effizienz, mit der Investoren Banken-Ergebnisankündigungen verarbeiten. Dies liegt an der erhöhten Komplexität der Kreditverlustrückstellungen.
Komplexität bremst Investoren-Effizienz
Das CECL-Modell (Current Expected Credit Loss) reduziert die Effizienz, mit der Aktieninvestoren die Ergebnisankündigungen von Banken verarbeiten.
Eine Studie des Banco de España belegt dies mittels einer Difference-in-Differences-Methodik.
Die Forscher vergleichen börsennotierte US-Banken, die CECL im Januar 2020 einführten, mit solchen, die bis Januar 2023 davon ausgenommen waren.
Die Ergebnisse zeigen, dass CECL die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Investoren um zwei Prozentpunkte senkt.
Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt, wenn die Rückstellungen durch die Vergabe neuer Kredite bedingt sind.
Die Studie basiert auf 5.596 Bank-Quartalsdaten von 2017 bis 2022 und ist robust gegenüber verschiedenen Kontrollen, einschließlich der COVID-19-Pandemie.
Die Messung der Effizienz erfolgt über die Geschwindigkeit der Beilegung von Investoren-Meinungsverschiedenheiten, was die Interpretationsschwierigkeiten bei neuen Informationen widerspiegelt.
Das Timing-Problem der Verlustrückstellungen
Die Einführung des CECL-Modells im Jahr 2020 durch das FASB sollte die Aktualität und Transparenz von Kreditverlustrückstellungen verbessern, nachdem das frühere ICL-Modell als „zu wenig, zu spät“ kritisiert wurde.
Kritiker befürchten jedoch, dass CECL die Komplexität erhöht und den Informationsgehalt verschleiert.
Ein Hauptproblem ist die zeitliche Diskrepanz: Erwartete Verluste werden bei Kreditvergabe sofort verbucht, während Zinserträge über die gesamte Kreditlaufzeit anfallen.
Dies erschwert Investoren die Interpretation der Bewertungsimplikationen der Rückstellungen, insbesondere bei wachsenden Kreditportfolios.
Ein teurer Preis für mehr Transparenz
Die Studie liefert überzeugende Belege dafür, dass die angestrebte Transparenz des CECL-Modells mit einem erheblichen Preis für Investoren verbunden ist.
Die erhöhte Komplexität führt zu höheren Verarbeitungskosten und erschwert die effiziente Interpretation von Bankenergebnissen.
Dies stellt die Effektivität des Modells infrage, wenn es darum geht, die Entscheidungsnützlichkeit für den Kapitalmarkt zu verbessern.