Öffentliche Investitionen durch EIB-Darlehen mit starkem Wachstumseffekt
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Öffentliche Investitionen durch EIB-Darlehen mit starkem Wachstumseffekt

Eine neue Studie der Banco de España (BDE) zeigt, dass öffentliche Investitionen, finanziert durch Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB), Beschäftigung und Produktion mittelfristig steigern. Der kumulative Output-Multiplikator erreicht nach fünf Jahren 3,38, ohne private Investitionen oder Konsum zu verdrängen oder Inflation zu erzeugen.

EIB-Darlehen als Wachstumsmotor

Die Studie untersucht die makroökonomischen Effekte persistenter öffentlicher Investitionsschocks in Europa.

Zur Identifikation nutzen die Ökonomen Morteza Ghomi und Evi Pappa Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) für öffentliche Infrastrukturprojekte.

Eine spezielle Methode (Inverse-Probability-Weighted Regression-Adjustment) korrigiert dabei für mögliche Endogenität bei der Darlehensvergabe.

Die Ergebnisse zeigen, dass diese Investitionsschocks Beschäftigung und Produktion mittelfristig deutlich erhöhen.

Der kumulative Output-Multiplikator erreicht nach fünf Jahren 3,38. Dabei kommt es weder zu einer Verdrängung privater Investitionen oder des Konsums, noch zu Inflation oder einer zusätzlichen Schuldenlast.

Zudem werden signifikante positive Spillover-Effekte von öffentlichen Infrastrukturausgaben auf Produktion und Beschäftigung dokumentiert.

Ein neuer Blick auf alte Fragen

Die Arbeit stellt die konventionelle Sichtweise infrage, die oft nur bescheidene kurzfristige und moderate mittelfristige Effekte öffentlicher Infrastrukturinvestitionen findet.

Im Gegensatz zu früheren Studien, die sich auf die USA oder jährliche OECD-Daten konzentrieren, nutzt diese Untersuchung vierteljährliche europäische Daten.

Die EIB-Darlehen, die primär durch Kapitalmarktmittel mit AA-Rating finanziert werden, ermöglichen sehr niedrige Kreditkosten und verdrängen keine anderen Finanzierungen.

Die Studie erklärt, dass die Multiplikatoren im ersten Jahr statistisch insignifikant sind, da die Schocks antizipiert werden und sich die Ausgabensteigerungen allmählich materialisieren.

Nach einem Jahr werden sie signifikant und übersteigen eins, hauptsächlich getrieben durch verzögerte Beschäftigungsreaktionen.

Ein starkes Argument für Infrastruktur

Die Studie liefert überzeugende Argumente für die Rolle öffentlicher Investitionen als Konjunkturmotor.

Insbesondere die Rolle der EIB-Darlehen als nicht-verdrängende Finanzierungsquelle ist ein wichtiger Befund für die europäische Fiskalpolitik.

Die Ergebnisse könnten die Debatte um die Ausgestaltung zukünftiger Infrastrukturprogramme maßgeblich beeinflussen.