BDE-Studie: Vertrauen treibt europäische Arbeitslosigkeit
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BDE-Studie: Vertrauen treibt europäische Arbeitslosigkeit

Eine neue Studie des Banco de España (BDE) zeigt, dass Vertrauensindikatoren die Dynamik der Arbeitslosigkeit in europäischen Ländern maßgeblich beeinflussen. Ein 'nicht-technologischer Nachrichtenschock' erklärt die Hälfte der Arbeitslosigkeitsschwankungen im Konjunkturzyklus.

Nach­rich­ten­schocks formen Arbeitsmarkt

Die gemeinsame Analyse von Vertrauensmaßen und Arbeitslosigkeit in europäischen Ländern deutet darauf hin, dass die Schwankungen am Arbeitsmarkt maßgeblich von einem Schock getrieben werden, der die Arbeitslosigkeit nicht unmittelbar, aber über Konjunkturzyklen hinweg anhaltend beeinflusst.

Dieser Schock, der in Unternehmens- und Haushaltserhebungen erfasst wird, korreliert fast perfekt (–0,95) mit nicht-technologischen Störungen, die das langfristige Verhalten der Arbeitslosigkeit bestimmen.

Er erklärt etwa 50 Prozent der Arbeitslosigkeitsvarianz bei Konjunkturfrequenz.

Strukturell lässt sich dies als Nachrichten über zukünftige nicht-technologische Fundamentaldaten interpretieren, die zuerst in Vertrauensmaßen erfasst werden.

Der Schock verhält sich wie ein leicht inflationärer und vorübergehender Nachfrageschock, der Investitionen, Löhne, Zinsen, den Haushaltsüberschuss und offene Stellen erhöht und professionelle Prognostiker dazu veranlasst, ihre Arbeitslosigkeitserwartungen nach unten zu korrigieren.

Die Rolle der Erwartungen

Die empirische Strategie der Studie erweitert den sequenziellen Identifikationsansatz von Beaudry und Portier (2006) auf ein System, das Arbeitsproduktivität, Arbeitslosigkeit und einen latenten Vertrauensfaktor aus Unternehmens- und Haushaltserhebungen in 22 europäischen Ländern umfasst.

Die Forscher stellen fest, dass die Vertrauensinnovation aus dem kurzfristigen Schema und die Störung, die die langfristige Arbeitslosigkeit antreibt, fast perfekt korreliert sind (–0,95).

Im Gegensatz dazu beträgt die Korrelation zwischen der Vertrauensinnovation und der Störung, die die langfristige Produktivität antreibt, nur 0,44. Dies deutet darauf hin, dass Vertrauensinnovationen eher mit der nicht-technologischen Seite der Wirtschaft in Einklang stehen, die die langfristige Dynamik der Arbeitslosigkeit bestimmt.

Die Ergebnisse werden durch ein Such- und Matching-Modell mit adaptivem Lernen interpretiert, das zeigt, wie nicht-technologische Nachrichten die Arbeitslosigkeit beeinflussen können.

Vertrauen als Frühwarnsystem

Diese Forschung unterstreicht die oft unterschätzte Bedeutung von Vertrauensindikatoren als Frühwarnsysteme für den Arbeitsmarkt.

Sie fordert eine Abkehr von rein technologiezentrierten Erklärungen für Arbeitslosigkeitsschwankungen.

Für politische Entscheidungsträger bedeutet dies, dass die Beobachtung von Stimmungsindikatoren entscheidende Einblicke in zukünftige Arbeitsmarktentwicklungen liefern kann.