Produktionsnetzwerke verstärken externe Schocks und geldpolitische Dilemmata
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Produktionsnetzwerke verstärken externe Schocks und geldpolitische Dilemmata

Eine neue Studie der Banco de España zeigt, dass Produktionsnetzwerke die Übertragung externer Preisschocks erheblich verstärken und geldpolitische Zielkonflikte verschärfen. Dies gilt insbesondere für die Eurozone.

Netzwerkeffekte auf Inflation und Phillips-Kurve

Die Forschung analysiert, wie Produktionsnetzwerke die Übertragung externer Preisschocks beeinflussen und die geldpolitischen Zielkonflikte in einem neukeynesianischen Modell mit nationalen und internationalen Input-Output-Verflechtungen neu gestalten.

Analytisch zeigen die Autoren, dass das Schließen der Output-Lücke die Inflation nicht generell stabilisiert, da sektorale Terms-of-Trade-Bewegungen und Handelsungleichgewichte zusätzliche Treiber der Inflationsdynamik werden.

Quantitativ, am Beispiel eines internationalen Energiepreisschocks in einem auf wichtige Euro-Länder kalibrierten Modell, wird deutlich: Produktionsnetzwerke verstärken die kumulative Headline-Inflation signifikant und verschlechtern die geldpolitischen Zielkonflikte, gemessen am Opferverhältnis.

Die internationale Dimension der Ökonomie verstärkt zudem die Persistenz der Schockausbreitung.

Das Paradox der Output-Lücke und Terms-of-Trade

Im Gegensatz zu Ein-Sektor-Modellen führen internationale Produktionsnetzwerke zu einer steileren Phillips-Kurve.

Bewegungen in der Output-Lücke induzieren Verschiebungen in den sektoralen Nettoexporten, wodurch ein Teil der heimischen Aktivität ins Ausland abfließt und höhere Reallöhne zur Aufrechterhaltung von Beschäftigung und Produktion erforderlich sind.

Dies treibt die Grenzkosten und die Inflation weiter in die Höhe.

Zudem propagieren ineffiziente Bewegungen der sektoralen Terms-of-Trade die Inflation, selbst wenn die Output-Lücke geschlossen ist.

Dies geschieht direkt über die Grenzkosten importierter Vorleistungen und indirekt über sektorale Handelsungleichgewichte, die Arbeitsangebot und Reallöhne beeinflussen.

Implikationen für die Eurozone

Die Ergebnisse sind für die Geldpolitik der Eurozone von hoher Relevanz, insbesondere angesichts der jüngsten Energiepreiskrise.

Sie legen nahe, dass traditionelle Modelle die Auswirkungen externer Schocks auf Inflation und die Kosten der Inflationsbekämpfung unterschätzen könnten.

Dies erfordert eine Neubewertung geldpolitischer Strategien in einer zunehmend vernetzten Welt.