Neues Modell zur Trendinflation: Unsicherheit übertrifft Konjunktureffekte
Ein neues Working Paper der Federal Reserve Bank of Cleveland stellt ein empirisches Modell zur Schätzung der Trendinflation vor. Die Analyse zeigt, dass Unsicherheitseffekte Inflation stärker beeinflussen als konjunkturelle Faktoren.
Modell kombiniert Erwartungen und Sektordaten
Ein neues empirisches Modell zur Schätzung der Trendinflation wird in diesem Working Paper vorgestellt.
Es kombiniert fortschrittliche Modellierungsansätze der letzten zwei Jahrzehnte.
Dazu gehören die flexible Einbeziehung langfristiger Inflationserwartungen aus Umfragen, die Modellierung der Gesamtinflation über Sektordaten (Waren und Dienstleistungen) sowie die Berücksichtigung stochastischer Volatilität in den Schocks der Trend- und Übergangskomponenten der Inflation.
Zudem erlaubt das Modell eine zeitlich variierende Preis-Phillips-Kurve und zeitlich variierende Unsicherheitseffekte auf das Inflationsniveau.
Die Schätzung erfolgt mittels modernster Bayes'scher Methoden.
Das Modell weist im Vergleich zu Varianten mit weniger Funktionen überlegene Eigenschaften auf und bietet eine besser interpretierbare historische Zerlegung der Inflationsdaten.
Unsicherheit übertrifft Konjunktureffekte
Die historische Zerlegung der Inflationsdaten durch das neue Modell liefert eine entscheidende Erkenntnis: Unsicherheitseffekte spielen eine größere Rolle bei der Erklärung von Inflationsschwankungen als zyklische Effekte.
Dieser Befund stellt die gängige Annahme in Frage, dass Konjunkturzyklen die Haupttreiber der Inflation sind.
Die Fähigkeit des Modells, diese Faktoren zu differenzieren, ermöglicht ein nuancierteres Verständnis der Inflationsdynamik.
Dies ist für die Formulierung einer effektiven Geldpolitik von großer Bedeutung, da es die Priorisierung von Unsicherheitsfaktoren gegenüber rein konjunkturellen Aspekten nahelegt.