BIS-Studie: Menükostenmodell erklärt Inflationsdynamik und Preisanpassungsfrequenz
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BIS-Studie: Menükostenmodell erklärt Inflationsdynamik und Preisanpassungsfrequenz

Eine neue Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) erweitert das Menükostenmodell von Gertler und Leahy (2008) um einen negativen Drift im aggregierten Markup. Das Modell erklärt die empirisch beobachtete Korrelation zwischen Inflation und Preisanpassungsfrequenz und zeigt eine höhere Inflationsreaktion auf Schocks.

Drift im Markup vereinfacht Modell

Das Papier von Ko Munakata (BIS) erweitert ein etabliertes Menükostenmodell um einen negativen Drift im aggregierten Markup.

Diese Annahme, konsistent mit moderater Trendinflation, ermöglicht eine analytische Charakterisierung der Wertfunktion von Unternehmen und der Markup-Verteilung.

Das Modell liefert explizite Gleichungen, die es erleichtern, Impulsantworten auf aggregierte Schocks zu berechnen – ähnlich wie in konventionellen neukeynesianischen Modellen.

Es zeigt zudem eine positive Korrelation zwischen Inflation und Preisanpassungsfrequenz, die empirisch beobachtet wird.

Zudem wird die Inflationsrate reaktionsfähiger auf aggregierte Schocks.

Asymmetrie als Preistreiber

Die Ergebnisse basieren auf zwei Mechanismen, die eng mit dem negativen Drift im Markup verbunden sind: die Asymmetrie der Politikregel und die Asymmetrie der Markup-Verteilung.

Die Erwartung des Drifts erzeugt eine Asymmetrie der Politikregel, da Unternehmen, die Preise erhöhen wollen, einen kürzeren Erwartungshorizont haben.

Dies führt zu einer flexibleren Reaktion des aggregierten Preisindexes.

Die Historie des Drifts wiederum erzeugt eine Asymmetrie der Markup-Verteilung, wodurch Inflationsschocks die Zahl der Preiserhöhungen stärker ausweiten als die der Preissenkungen.

Beide Mechanismen tragen zur Preisstabilität bei.

Theorie trifft Empirie

Dieses Forschungspapier schließt eine wichtige Lücke, indem es ein komplexes Menükostenmodell analytisch handhabbar macht.

Es liefert eine realistischere Phillips-Kurve, die die empirische Korrelation von Inflation und Preisanpassungen abbildet.

Für die makroökonomische Politikberatung bedeutet dies präzisere Instrumente zur Analyse von Inflationsdynamiken.