Zaylani: Islamische Finanzierung als Motor für Klimaresilienz
BIS Speech Read in English

Zaylani: Islamische Finanzierung als Motor für Klimaresilienz

Adnan Zaylani Mohamad Zahid, stellvertretender Gouverneur der Bank Negara Malaysia, betont die Rolle der islamischen Finanzierung als Katalysator für globale Klimaresilienz. Er präsentierte dies anlässlich der Vorstellung eines gemeinsamen Berichts von Weltbank und Islamischer Entwicklungsbank.

Drei Lücken im Klimaschutz

Zaylani Mohamad Zahid hob drei zentrale Lücken hervor, die der Bericht aufzeigt.

Erstens sind viele OIC-Länder (Organisation für Islamische Zusammenarbeit) extrem klimaanfällig, mit hohem Risiko und geringer Anpassungsfähigkeit.

Die benötigten Investitionen für kohlenstoffarme Strategien sind erheblich, im Durchschnitt 1,4 Prozent des BIP, und steigen für einkommensschwache OIC-Mitglieder auf über 5 Prozent – weit jenseits dessen, was öffentliche Mittel allein tragen können.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit, privates Kapital effektiv und schnell zu mobilisieren.

Zweitens besteht eine Innovationslücke: Zwischen 2017 und 2024 stammten nur 3 Prozent der Unternehmen, die private Eigenkapital- oder Risikokapitalfinanzierungen für saubere und Klimatechnologien erhielten, aus OIC-Ländern, was lediglich 0,5 Prozent der weltweiten Gesamtinvestitionen ausmacht.

Dies ist eine verpasste Chance, da PE- und VC-Märkte entscheidend für die Förderung neuer Lösungen wie erneuerbare Energien und klimafreundliche Landwirtschaft sind.

Drittens ist die Entwicklung von Takaful als Risikotransfermechanismus unerlässlich, um klimaresiliente Investitionen zu fördern.

Viele Takaful-Anbieter verfügen jedoch nicht über die technische Expertise und Dateninfrastruktur, um klimabezogene Produkte wie parametrische Deckungen für Dürren oder Überschwemmungen zu entwickeln.

Malaysias Weg zur Klimaresilienz

Malaysia positioniert Klimaresilienz als Kern nationaler Politik, verankert im 13. Malaysia Plan.

Das Land ist führend bei der Mobilisierung islamischer Finanzierung für die Klimaagenda, beginnend mit dem weltweit ersten grünen Sukuk im Jahr 2017. Seitdem hat Malaysia über 47 grüne und nachhaltige Sukuk im Wert von 13,4 Milliarden US-Dollar emittiert und ist damit der größte Emittent in der OIC-Region.

Diese Fortschritte basieren auf einem umfassenden Ökosystemansatz, einschließlich der Value-Based Intermediation (VBI)-Initiative.

Bislang haben 18 VBI Community of Practitioners über 11 Milliarden US-Dollar in islamische grüne Finanzierungen kanalisiert.

Zu den jüngsten Initiativen gehören das im September letzten Jahres eingeführte i-CITA-Programm, das islamische Banken bei Risikoteilungsverträgen unterstützt, sowie das Climate Finance Innovation Lab (CFIL) zur Entwicklung innovativer Finanzierungsstrukturen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die 97 Prozent der malaysischen Unternehmen ausmachen.

Für sie wurden Programme wie das Greening Value Chain (GVC) und das Low Carbon Transition Facility (LCTF) sowie das Greening Halal Businesses (GHB) in Partnerschaft mit der IsDB eingeführt.

Diese bieten nicht nur Zugang zu Übergangsfinanzierungen, sondern auch wichtige Hilfsmittel wie CO2-Bilanzierungssoftware.

Zudem schützt das Paddy Crop Takaful Scheme Reisbauern vor klimabedingten Schäden; bis März 2025 wurden 16,2 Millionen RM (4 Millionen US-Dollar) an 6.319 betroffene Landwirte ausgezahlt.

Potenzial statt Permissibilität

Die Rede unterstreicht das enorme, aber noch ungenutzte Potenzial der islamischen Finanzierung für die Klimaresilienz.

Obwohl die theoretischen Grundlagen und erste praktische Erfolge vielversprechend sind, erfordert die Skalierung mutige Experimente und eine Abkehr von traditionellen Strukturen.

Nur so kann die Vision einer gerechteren und klimaresilienten Zukunft durch Sharia-konforme Finanzprodukte Realität werden.