Digitale Währung: Governance wichtiger als Technologie
BIS Speech Read in English

Digitale Währung: Governance wichtiger als Technologie

Der stellvertretende Gouverneur der Bank Negara Malaysia, Aznan Abdul Aziz, betonte auf der CB+DC Konferenz in Kuala Lumpur die zentrale Rolle der Governance für digitale Währungen. Er hob hervor, dass digitale Zahlungsmittel zunehmend den Mainstream erreichen und ein vielfältiges Ökosystem bilden.

Vielfalt statt Einheitslösung

Digitale Währungen sind nicht länger ein Nischenphänomen, sondern prägen zunehmend das Finanzsystem.

Aznan Abdul Aziz, stellvertretender Gouverneur der Bank Negara Malaysia, betonte, dass die Zukunft des Geldes von einer inhärenten Vielfalt geprägt sein wird.

Neben Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) gewinnen tokenisierte Bankeinlagen und regulierte Stablecoins an Bedeutung.

Diese Entwicklung erfordert einen ökosystemweiten Ansatz, um Fragmentierung über Infrastrukturen, Standards und Jurisdiktionen hinweg zu vermeiden.

Ziel ist es, Interoperabilität zu gewährleisten, Risiken zu mindern und Innovationen zu fördern, die einen nachhaltigen wirtschaftlichen Wert schaffen.

Die Herausforderung besteht darin, diese Vielfalt so zu gestalten, dass sie das Finanzsystem stärkt und nicht fragmentiert, während gleichzeitig Raum für Innovationen bleibt, die klare öffentliche Politikziele voranbringen.

Das Ankerprinzip der Zentralbank

Zentralbankgeld dient seit Langem als Vertrauensanker im Finanzsystem.

In einem Ökosystem vielfältiger digitaler Währungen sollen CBDCs diese Rolle weiter stärken, indem sie einen gemeinsamen Referenzpunkt für Vertrauen und Abwicklungssicherheit bieten.

Ihre Relevanz hängt stark von der Interaktion mit anderen Geldformen ab.

Malaysia verfolgt diesen Ansatz mit dem Digital Asset Innovation Hub (DAIH) für private digitale Währungen und Project Mawar, das die Rolle von Wholesale-CBDCs als Abwicklungsanker untersucht.

Während privat ausgegebene digitale Währungen wie tokenisierte Einlagen und Stablecoins Effizienzgewinne versprechen, bergen sie auch bekannte Risiken wie Liquiditäts- und Rücknahmegefahren, die klare Backstops erfordern.

Governance überwindet Technologie

Die Rede unterstreicht eine entscheidende Erkenntnis: Nicht die Technologie, sondern die Governance ist das limitierende Element bei der Implementierung digitaler Währungen.

Die Notwendigkeit von Koordination, Vertrauen und regulatorischer Abstimmung wird dabei oft unterschätzt, obwohl sie für die Skalierbarkeit und Sicherheit des gesamten Ökosystems unerlässlich ist.

Zentralbanken müssen hier einen sensiblen Balanceakt zwischen Innovationsförderung und der Etablierung klarer Leitplanken meistern, um ein stabiles und interoperables digitales Geld-Ökosystem zu gewährleisten.