BIS-Studie: Digitale Geldbörsen steigern Wohlfahrt in Peru
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BIS-Studie: Digitale Geldbörsen steigern Wohlfahrt in Peru

Eine neue Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigt, dass digitale Geldbörsen wie Yape und Plin in Peru die Konsumentenwohlfahrt deutlich steigern. Faktoren wie geringere Gebühren, 24/7-Verfügbarkeit und QR-Code-Zahlungen sind entscheidend für ihren Erfolg und die hohe Adoptionsrate.

Erfolgsfaktoren für digitale Zahlungen

Die BIZ-Studie analysiert Marktdaten von sechs Zahlungsinstrumenten und Bargeld in Peru von 2019 bis 2024. Sie zeigt, dass digitale Geldbörsen ihre Marktdurchdringung von 0% auf 50% der bargeldlosen Transaktionen steigerten, während Bargeld von 40% auf 18% sank.

Entscheidende Erfolgsfaktoren sind niedrigere Gebühren, sofortige 24/7-Zahlungen, QR-Code-Funktionalität und Interoperabilität mit POS-Terminals.

Eine Gebührenerhöhung von PEN 0,01 würde den Marktanteil digitaler Geldbörsen um 0,31 Prozentpunkte reduzieren, während Debitkarten und Bargeld zulegen würden.

Die Entfernung von 24/7-Überweisungen würde die Nutzung um 15,75 Prozentpunkte senken, das Ende der POS-Zahlungen um 26,01 Prozentpunkte und der Wegfall der QR-Code-Funktion um 4,45 Prozentpunkte.

Perus digitaler Sprung

Digitale Zahlungen sind ein wichtiger Treiber für finanzielle Inklusion und Wirtschaftswachstum.

Lateinamerika erlebt eine breite Bewegung hin zu digitalen Zahlungen, wobei Peru von 2018 bis 2022 die größte Steigerung der Pro-Kopf-Zahlungen in der Region verzeichnete (von 25 auf 99).

Dieser rasche Anstieg ist maßgeblich dem Erfolg der heimischen Digital-Wallets Yape (Start 2017) und Plin (Start 2020) zu verdanken.

Bis Dezember 2023 machten diese über 50 Prozent der bargeldlosen Transaktionen in Peru aus und übertrafen damit Kartenzahlungen.

Die COVID-19-Pandemie wirkte als Katalysator für die Adoption, aber auch Designmerkmale wie Benutzerfreundlichkeit und kostenlose Transaktionen waren entscheidend.

Design zählt mehr als Existenz

Diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse für Zentralbanken, die digitale Zahlungssysteme fördern wollen.

Sie unterstreicht, dass nicht nur die Einführung, sondern auch konkrete Designmerkmale wie Kosten, Verfügbarkeit und Interoperabilität über den Erfolg entscheiden.

Ein förderliches Umfeld für solche Innovationen hat direkte positive Auswirkungen auf die Konsumentenwohlfahrt.