Chiles Wirtschaft erholt sich 2025 besser als erwartet, doch 2026 birgt neue Risiken
Chiles Wirtschaft hat sich 2025 besser als erwartet entwickelt, die Inflation konvergiert zum Ziel. Alberto Naudon, Vize-Gouverneur der chilenischen Zentralbank, warnt jedoch vor anhaltenden Herausforderungen für 2026.
Investitionen treiben Chiles Wachstum 2025
Das Jahr 2025 verlief für die chilenische Wirtschaft in vielerlei Hinsicht besser als ursprünglich erwartet.
Die makroökonomischen Indikatoren entwickelten sich günstiger, und mehrere Ende 2024 befürchtete Risiken materialisierten sich nicht.
Das Wirtschaftswachstum erwies sich als widerstandsfähiger und robuster als prognostiziert, was zu sukzessiven Aufwärtsrevisionen führte.
Insbesondere der Nicht-Bergbausektor wuchs um fast 3 Prozent, fast einen Prozentpunkt mehr als erwartet.
Ein Schlüsselelement dieser positiven Entwicklung waren die Bruttoanlageinvestitionen, die um fast 7 Prozent zulegten.
Dies wurde hauptsächlich durch Investitionen in Maschinen und Ausrüstung für Bergbau- und Energieprojekte erklärt, gestützt durch höhere Kupferpreise, verbesserte globale Finanzbedingungen und eine größere Risikobereitschaft weltweit.
Auch die globale Wirtschaft, insbesondere die USA mit KI-bezogenen Investitionen, trug zur besseren Performance Chiles bei, was sich in einer deutlichen Verbesserung der Terms of Trade widerspiegelte.
Inflation auf Zielkurs, Geldpolitik bleibt wachsam
Die Inflationsentwicklung verlief 2025 weniger linear.
Nach schnellem Rückgang im ersten Halbjahr verlangsamte sich die Disinflation im dritten Quartal aufgrund stärkerer Binnennachfrage.
Gegen Jahresende unterschritten die Inflationsergebnisse die Prognosen konsistent, gestützt durch Währungsaufwertung und ein günstigeres externes Umfeld.
Die chilenische Zentralbank erwartet, dass die Inflation im ersten Quartal 2026 zum 3-Prozent-Ziel konvergieren wird.
Die Geldpolitik bewegte sich 2025 von einem restriktiven zu einem neutraleren Kurs.
Der Leitzins liegt aktuell bei 4,5 Prozent, was Naudon als leicht kontraktive Bedingungen einschätzt.
Die Schätzung des realen neutralen Zinssatzes liegt zwischen 0,75 und 1,75 Prozent.
Produktivität, Wechselkurs, Geopolitik
Chiles Wirtschaft hat sich stabilisiert, doch die Konsolidierung des Fortschritts wird 2026 zur Nagelprobe.
Dabei ist entscheidend, ob das Produktivitätswachstum nachhaltig anzieht und wie sich der reale Wechselkurs entwickelt.
Umsichtige Dateninterpretation und der Erhalt der Zentralbank-Glaubwürdigkeit sind unerlässlich, um die makroökonomische Stabilität zu sichern.
Quelle: Alberto Naudon: Chile's economic outlook
IN: