Bailey: KI als Wachstumsmotor für UK-Wirtschaft
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Bailey: KI als Wachstumsmotor für UK-Wirtschaft

Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, beleuchtet die verlangsamte Wirtschaftsentwicklung Großbritanniens seit der Finanzkrise. Er sieht Künstliche Intelligenz (KI) als nächste „General-Purpose-Technologie“, deren Wachstumseffekte jedoch Zeit und komplementäre Innovationen erfordern.

Großbritanniens Wachstumsschwäche und KI-Hoffnung

Gouverneur Andrew Bailey hob hervor, dass das jährliche Wachstum der potenziellen Wirtschaftsleistung Großbritanniens von 2,8 Prozent vor der Finanzkrise (1990-2006) auf 1,3 Prozent danach (2006-2021) gesunken ist.

Der Beitrag der Produktivität fiel dabei von 2,4 auf 0,4 Prozentpunkte.

Als Ursachen nannte Bailey das Erbe der Finanzkrise, externe Schocks wie Covid und Kriege sowie den zunehmenden Effekt des rückläufigen Bevölkerungswachstums.

Inmitten dieser Herausforderungen sieht Bailey Künstliche Intelligenz (KI) als die wahrscheinlich nächste „General-Purpose-Technologie“ (GPT).

Eine GPT ist eine Technologie mit breiter, gesamtwirtschaftlicher Anwendbarkeit, die sich im Laufe der Zeit verbessert und komplementäre Innovationen in vielen Sektoren ermöglicht.

Dies unterscheidet sie von spezifischen Produkten oder Anwendungen wie Chat-GPT.

Die Frage sei, wie diese neue Technologie das Wachstum wieder ankurbeln kann.

Schumpeters Erbe und das Solow-Paradox

Bailey zog Parallelen zu historischen Wachstumstheorien, insbesondere zu Joseph Schumpeters Idee der „schöpferischen Zerstörung“, bei der neue Technologien ältere ersetzen und Wachstum schaffen.

Er verwies auf Henry Bessemers Stahlkonverter als Beispiel für eine disruptive Innovation.

Die Geschichte zeigt jedoch, dass es lange dauern kann, bis sich die vollen Wachstumseffekte von General-Purpose-Technologien (GPTs) materialisieren.

Bailey erinnerte an das „Solow-Paradox“, wonach Computer überall sichtbar waren, aber nicht in den Produktivitätsstatistiken.

Gründe dafür sind die Notwendigkeit komplementärer Innovationen, die experimentelle Frühphase und Messfehler.

Auch die KI werde Zeit brauchen, um sich in den Produktivitätszahlen niederzuschlagen, da bedeutsame Gewinne oft von völlig neuen Produkten und Aktivitäten herrühren.

KI: Potenzial mit Geduld

Baileys Rede unterstreicht die ambivalente Rolle von KI: Sie bietet enormes Potenzial zur Steigerung der Produktivität, doch die realen Effekte sind ungewiss und werden sich erst langfristig einstellen.

Die Betonung der Notwendigkeit komplementärer Innovationen und Investitionen in Fähigkeiten ist entscheidend, um das volle Potenzial zu heben.

Ohne gezielte Anpassungen in Bildung und Infrastruktur könnte der erhoffte Wachstumsschub ausbleiben oder sich stark verzögern.

Quelle: Andrew Bailey: Can AI make cutlery?

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