Andrew Bailey: Reform grenzüberschreitender Zahlungen erfordert neue Anstrengungen
Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England und Vorsitzender des FSB, betonte auf dem FSB Payments Summit die Notwendigkeit, die Reform grenzüberschreitender Zahlungen zu intensivieren. Trotz Fortschritten bleiben diese langsam und teuer, was neue Anstrengungen von öffentlichem und privatem Sektor erfordert.
G20-Ziele: Fortschritte, aber noch nicht am Ziel
Seit Jahrzehnten gelten grenzüberschreitende Zahlungen als langsam, teuer und ineffizient.
Die 2020 von der G20 initiierte Roadmap zielte darauf ab, diese Dienste "schneller, billiger, transparenter und inklusiver" zu gestalten.
Fünf Jahre später wurden viele Prioritätsaktionen abgeschlossen: ISO 20022-Harmonisierung, erweiterte RTGS-Betriebszeiten und überarbeitete FATF-Standards für AML/CFT.
Über die Hälfte der Jurisdiktionen nutzen bereits erweiterte RTGS-Zeiten, und über drei Viertel der schnelleren Zahlungssysteme verwenden ISO 20022. Trotz dieser Erfolge zeigt die jüngste Überwachungsstudie des CPMI, dass die Verbesserungen für Endnutzer bisher begrenzt sind und die G20-Ziele für 2027 noch weit entfernt sind.
Vier Säulen für die nächste Phase der Reform
Um die verbleibenden Reibungsverluste zu beseitigen, skizziert Bailey vier Aktionsbereiche.
Erstens sollen öffentliche Stellen "Jurisdiction Action Plans" und "Regional Action Plans" entwickeln, um die nationale und regionale Umsetzung internationaler Empfehlungen zu fördern.
Dies beinhaltet die Zusammenarbeit mit Weltbank und IWF.
Zweitens ist die Förderung von Innovation und Infrastrukturentwicklung entscheidend, um digitale Technologien in Zahlungssysteme zu integrieren.
Drittens müssen regulatorische Compliance-Kosten ohne Verwässerung der Standards reduziert werden, wobei Technologien wie das BIS Innovation Hub-Projekt Mandala helfen können.
Viertens ist ein starkes Engagement und kollektives Handeln des Privatsektors unerlässlich, um Fortschritte zu erzielen.
Keine schnellen Siege, aber machbar
Die Herausforderungen bei der Reform grenzüberschreitender Zahlungen sind immens, aber keineswegs unüberwindbar.
Es gibt keine schnellen Lösungen oder einfache Kompromisse zwischen Kosten und Geschwindigkeit.
Nur durch eine engere öffentlich-private Partnerschaft und gemeinsame, ambitionierte Anstrengungen können wir Milliarden von Menschen weltweit bessere Zahlungsdienste ermöglichen.
Quelle: Andrew Bailey: Reforming cross-border payments
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