US-Dollar: Andrew Hauser analysiert den sicheren Hafenstatus
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US-Dollar: Andrew Hauser analysiert den sicheren Hafenstatus

Andrew Hauser von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beleuchtet die anhaltende Bedeutung des US-Dollars als sicherer Hafen. Er analysierte am 12. März 2026 die Faktoren, die seine Stabilität in globalen Krisen sichern.

Die unangefochtene Dominanz des Greenback

Andrew Hauser hob hervor, dass der US-Dollar seine Rolle als globaler Ankerwährung und sicherer Hafen in Zeiten von Marktstress und geopolitischen Spannungen kontinuierlich bestätigt.

Die tiefe Liquidität der US-Finanzmärkte, das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit und die robuste institutionelle Architektur der Vereinigten Staaten sind entscheidende Faktoren.

Selbst bei erheblichen globalen Schocks, wie der Finanzkrise 2008 oder der COVID-19-Pandemie, zeigte der Dollar eine ausgeprägte Stärke, da Investoren weltweit in US-Staatsanleihen flüchteten.

Diese Flucht in Qualität festigt seine Position als primäres Ziel für Kapital in unsicheren Zeiten.

Hauser betonte, dass die schiere Größe und Vernetzung der US-Wirtschaft und ihrer Finanzmärkte einen Netzwerkeffekt erzeugt, der schwer zu replizieren ist.

Die Rolle des Dollars als primäre Reservewährung für Zentralbanken und als Abrechnungswährung im internationalen Handel verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Trotz wiederkehrender Debatten über eine mögliche Ablösung bleibt der Greenback das bevorzugte Instrument für Risikomanagement und Liquiditätsbeschaffung auf globaler Ebene.

Die Suche nach Alternativen

Trotz der unbestreitbaren Stärke des US-Dollars gibt es anhaltende Diskussionen über die Diversifizierung von Währungsreserven.

Der Euro, der japanische Yen und das Schweizer Franken werden oft als sekundäre sichere Häfen genannt, erreichen jedoch nicht die gleiche Tiefe und Liquidität.

Hauser wies darauf hin, dass geopolitische Verschiebungen und der Wunsch einiger Länder nach einer Reduzierung der Dollar-Abhängigkeit die Suche nach Alternativen antreiben.

Digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) könnten langfristig eine Rolle spielen, sind aber noch in einem frühen Stadium.

Gold wird weiterhin als traditioneller sicherer Hafen geschätzt.

Keine einzelne Währung oder Anlageklasse ist kurz- bis mittelfristig in der Lage, die umfassende Funktion des US-Dollars als sicheren Hafen zu übernehmen.

Unverzichtbar, trotz aller Kritik

Andrew Hausers Analyse zeigt die tief verwurzelte, systemische Bedeutung des US-Dollars für die globale Finanzarchitektur.

Obwohl die Suche nach Alternativen legitim ist, wird der Greenback seine einzigartige Rolle als sicherer Hafen auf absehbare Zeit behalten.

Für Zentralbanken und Investoren bleibt der Dollar ein unverzichtbares Instrument für Stabilität und Liquidität in Krisenzeiten.