Breman: Iran-Konflikt erhöht Inflationsdruck in Neuseeland
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Breman: Iran-Konflikt erhöht Inflationsdruck in Neuseeland

Der Iran-Konflikt sendet Schockwellen bis nach Neuseeland: RBNZ-Gouverneurin Anna Breman erwartet kurzfristig höhere Inflation und schwächeres Wachstum. Die Zentralbank sei jedoch gut positioniert, um Preis- und Finanzstabilität zu gewährleisten.

RBNZ ist gut positioniert

RBNZ-Gouverneurin Anna Breman betonte in ihrer Rede vor Business NZ in Auckland, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) gut aufgestellt sei, um die Herausforderungen für ihre Mandate der Preis- und Finanzstabilität zu bewältigen.

Sie räumte ein, dass kurzfristig mit einer höheren Headline-Inflation und einer etwas schwächeren Wachstumsdynamik zu rechnen sei.

Der offizielle Leitzins (Official Cash Rate, OCR) liegt nach einer Reihe von Zinssenkungen bei 2,25 Prozent.

Während die Headline-Inflation leicht über dem Zielbereich liegt, verharrt die Kerninflation seit einiger Zeit bei 2,4 Prozent.

Breman hob hervor, dass die Inflationserwartungen mittelfristig gut verankert seien und das Lohnwachstum gedämpft bleibe.

Der geldpolitische Ausschuss (MPC) werde wachsam sein, um sicherzustellen, dass ein kurzfristiger Inflationsanstieg nicht zu dauerhaftem Druck führt.

Die RBNZ konzentriert sich auf die mittelfristigen Zweitrundeneffekte globaler Angebotsschocks.

Globale Schockwellen erreichen Kiwi-Küsten

Die Eskalation des Iran-Konflikts im Nahen Osten Ende Februar hat weitreichende globale Auswirkungen, insbesondere auf den Handel durch die Straße von Hormus.

Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases sowie ein Drittel des globalen Düngemittelangebots passieren diese Meerenge.

Die Märkte reagierten umgehend: Der Rohölpreis überschritt 100 US-Dollar pro Barrel, der höchste Stand seit Anfang 2022.

Auch die Preise für raffinierte Erdölprodukte stiegen, was sich direkt auf die Benzin- und Dieselpreise in Neuseeland auswirkt.

Die Kosten für Düngemittel, Weizen, Mais und Sojabohnen zogen ebenfalls an.

Globale Langfristzinsen erhöhten sich im Einklang mit höheren Inflationserwartungen in den USA und im Euroraum, während die globalen Aktienmärkte fielen und der US-Dollar als sicherer Hafen aufwertete.

Der Neuseeland-Dollar (NZD) wertete seit Ende Februar um etwa 1,5 Prozent ab, was importierte Güter verteuern könnte.

Geduld als zweischneidiges Schwert

Die RBNZ signalisiert damit eine abwartende Haltung, die angesichts der Unsicherheit zwar verständlich ist, aber auch das Risiko birgt, die Persistenz der Inflationsschocks zu unterschätzen.

Der Fokus auf Zweitrundeneffekte ist methodisch fundiert, könnte jedoch bei anhaltenden Engpässen zu einer verzögerten Reaktion führen.

Für die Märkte bedeutet dies eine Fortsetzung der Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs.