BIS-Studie: Fiskaltransfers trieben Post-Pandemie-Inflation
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BIS-Studie: Fiskaltransfers trieben Post-Pandemie-Inflation

Eine neue BIS-Studie zeigt: Fiskaltransfers trugen maßgeblich zur frühen Post-Pandemie-Inflation bei. Gleichzeitig verhinderten sie einen Wirtschaftseinbruch wie in der Großen Depression.

Fiskaltransfers: Inflationstreiber und Rezessionsbremse

Fiskaltransfers trugen maßgeblich zum Anstieg des Preisniveaus bis Mitte 2021 bei, so die Analyse der Ökonomen Jonas E. Arias, Juan F. Rubio-Ramírez und Minchul Shin.

Diese Schocks machten einen erheblichen Anteil der frühen Post-Pandemie-Inflation aus.

Die Maßnahmen, darunter der CARES Act und der American Rescue Plan, beliefen sich auf rund 11 Prozent des BIP von 2019.

Ohne diese Transfers wäre das reale Pro-Kopf-BIP um über 20 Prozent gefallen – eine Kontraktion, die mit der Großen Depression vergleichbar wäre.

Die Studie hebt hervor, dass die Inflationswirkung der Transfers stark von der Reaktion der Geldpolitik abhing.

Während der Pandemie war die geldpolitische Reaktion nicht ausreichend, um die Inflation zu verhindern, während sie in der Großen Rezession eine stärkere Rolle spielte.

Das übersehene Element: Transfers im Fokus

Die Forschung konzentrierte sich lange auf Staatsausgaben für Konsum und Investitionen, obwohl Fiskaltransfers den Großteil der diskretionären fiskalischen Reaktion in den letzten beiden Rezessionen ausmachten.

In der Pandemie-Reaktion (2019–2021) entfielen etwa 60 Prozent des Anstiegs der Gesamtausgaben auf Transfers an Personen.

Die Studie nutzt ein neuartiges, rotationsinvariantes, zeitvariables strukturelles Vektorautoregressionsmodell (TV-SVAR), um exogene Fiskaltransferschocks zu identifizieren.

Dies ermöglicht es, strukturelle Veränderungen zu berücksichtigen und Daten bis in die frühen 1950er Jahre zu verwenden, im Gegensatz zu früheren Studien, die oft erst in den 1990er Jahren beginnen.

Monetäre Politik als entscheidender Faktor

Die Studie verdeutlicht, dass die Inflationswirkung von Fiskaltransfers stark von der Reaktion der Geldpolitik abhängt.

Während der Pandemie fehlte eine straffe Antwort, was die Teuerung befeuerte – im Gegensatz zur Großen Rezession.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer koordinierten Fiskal- und Geldpolitik, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Quelle: Are Fiscal Transfers Inflationary?

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