Al-Sayari: Ungleichgewichte gefährden Stabilität
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Al-Sayari: Ungleichgewichte gefährden Stabilität

Ayman Al-Sayari, Gouverneur der Saudi Central Bank, warnte vor globalen Ungleichgewichten. Diese könnten die Stabilität gefährden, wenn sie zu ungeordneten Anpassungen führen.

Treiber der Ungleichgewichte identifizieren

Ayman Al-Sayari, Gouverneur der Saudi Central Bank, betonte die Notwendigkeit einer präzisen Analyse globaler Ungleichgewichte.

Er stimmte der Einschätzung zu, dass übermäßige Ungleichgewichte erhebliche Risiken für die globale Stabilität bergen, insbesondere wenn sie zu ungeordneten Anpassungen führen.

Diese potenziellen Risiken können sich über verschiedene Kanäle, wie den internationalen Handel und die Finanzmärkte, mit weitreichenden grenzüberschreitenden Spillover-Effekten manifestieren.

Gleichzeitig hob Al-Sayari hervor, dass Ungleichgewichte oft tiefgreifende strukturelle Merkmale von Volkswirtschaften widerspiegeln.

Eine zentrale Priorität ist es daher, die spezifischen Treiber dieser Ungleichgewichte besser zu identifizieren.

Dies erfordert eine klare Unterscheidung zwischen fundamentalen strukturellen Faktoren, den aktuellen finanziellen Bedingungen und politisch bedingten Verzerrungen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei der Rolle von nicht-marktkonformen Praktiken, verzerrenden Industriepolitiken sowie finanz- und steuerbezogenen Friktionen gewidmet werden.

Solche Faktoren können die Spar- und Investitionsbilanzen maßgeblich beeinflussen und zu einer anhaltenden Fehlallokation von Ressourcen führen, was die Effektivität von Gegenmaßnahmen beeinträchtigt.

Eine solche detaillierte Analyse ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass alle politischen Schlussfolgerungen zielgerichtet und wirksam sind.

Länderspezifische Betrachtung unerlässlich

Al-Sayari betonte zudem, dass Bewertungen von Ungleichgewichten stets länderspezifische Umstände berücksichtigen müssen.

Dies gelte insbesondere für rohstoffexportierende Volkswirtschaften, deren externe Positionen oft langfristige Überlegungen zum Ressourcenmanagement und zur Kapitalbildung widerspiegeln.

Für diese Länder seien Bestandsgrößen, wie die akkumulierten externen Vermögenswerte, häufig aussagekräftiger als kurzfristige Flussdynamiken.

Bezüglich Saudi-Arabiens hob der Gouverneur hervor, dass die externe Position des Königreichs weiterhin weitgehend mit den fundamentalen Wirtschaftsdaten und einer soliden Politik übereinstimme, was auch jüngste IWF-Bewertungen bestätigten.

Im Zuge der Umsetzung der 'Saudi Vision 2030' werden sich die externen Salden des Landes weiterhin im Einklang mit einem nachhaltigen und ausgewogenen Wachstum entwickeln.

Die Unterstützung für die Stärkung internationaler Institutionen, inklusive der Verbesserung von Daten und Analysen, wurde bekräftigt, wobei die Flexibilität und das länderspezifische Urteilsvermögen der Bewertungen gewahrt bleiben sollen.

Komplexität erfordert Präzision

Die Rede unterstreicht die Komplexität globaler Ungleichgewichte, die über einfache Handelsbilanzen hinausgehen.

Sie fordert eine differenzierte Betrachtung, die strukturelle Ursachen und länderspezifische Besonderheiten berücksichtigt.

Dies stellt die internationale Politik vor die Herausforderung, maßgeschneiderte Lösungen statt pauschaler Empfehlungen zu entwickeln.