BIS-Studie: Banken nutzen CDS zur Umgehung von Kapitalpuffern
Eine neue BIS-Studie zeigt: Banken nutzen Credit Default Swaps (CDS), um höhere Kapitalanforderungen zu erfüllen, ohne die Kreditvergabe zu reduzieren. Dies wirft Fragen zur Wirksamkeit makroprudenzieller Puffer auf.
Hedging statt Kreditkürzung
Wenn Kapitalanforderungen steigen, reagieren Banken nicht nur mit Eigenkapitalerhöhungen oder Kreditkürzungen, sondern auch mit Credit Default Swaps (CDS).
Eine neue Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) belegt, dass Banken ihre CDS-Absicherung von Krediten signifikant erhöhen, wenn Länder ihre antizyklischen Kapitalpuffer (CCyB) anheben.
Ein Anstieg des CCyB um einen Prozentpunkt reduziert den unversicherten Kreditanteil um etwa 53 Prozentpunkte.
Dieses Hedging ermöglicht es Banken, risikogewichtete Aktiva zu reduzieren, ohne die Kreditvergabe zu drosseln, was die Auswirkungen strengerer Kapitalanforderungen auf die Kreditverfügbarkeit abmildern kann.
Makroprudenzielle Politik auf dem Prüfstand
Die Studie verknüpft detaillierte Daten zu Konsortialkrediten mit Transaktionsdaten des CDS-Marktes von November 2017 bis April 2024.
Sie zeigt, dass die stärkste Reaktion von Banken kommt, die dem betroffenen Land am stärksten ausgesetzt sind.
Die Ergebnisse stellen jedoch die Effektivität von Kapitalpuffern in Frage, da Banken Derivate nutzen könnten, um die beabsichtigten Beschränkungen der Risikobereitschaft durch die Optimierung von Risikotransfers zu umgehen.
Ein cleverer, aber riskanter Schachzug
Diese Erkenntnisse sind für Aufsichtsbehörden alarmierend, da sie die beabsichtigte Wirkung von Kapitalpuffern untergraben könnten.
Die Nutzung von CDS als Umgehungsstrategie verschiebt Risiken, anstatt sie zu reduzieren, und schafft neue Komplexitäten im Finanzsystem.
Eine Überprüfung der regulatorischen Anreize für Derivate ist dringend geboten, um die Stabilität langfristig zu gewährleisten.