Basler Ausschuss: IT-Risiken, Krypto, Liquidität im Fokus
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Basler Ausschuss: IT-Risiken, Krypto, Liquidität im Fokus

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat sich auf die Veröffentlichung eines Berichts zum IT-Risikomanagement geeinigt. Zudem schreitet die Überprüfung der Kryptoasset-Standards voran und mögliche Anpassungen der Liquiditätsprinzipien werden erwogen.

Drei Säulen der Bankenregulierung

Der Basler Ausschuss traf sich vom 19. bis 20. Mai 2026, um eine Reihe von Initiativen zu diskutieren.

Er genehmigte einen Bericht über bewährte Praktiken im Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Risikomanagement, der im nächsten Monat veröffentlicht wird.

Dieser Bericht ist entscheidend für die operative Resilienz von Banken, insbesondere angesichts der sich entwickelnden digitalen Technologielandschaft.

Der Ausschuss nahm auch den Fortschritt seiner beschleunigten Überprüfung der aufsichtsrechtlichen Standards für Kryptoasset-Exposures von Banken zur Kenntnis, wobei ein Update später in diesem Jahr erwartet wird.

Darüber hinaus wurde vereinbart, gezielte Aktualisierungen der 2008 veröffentlichten Grundsätze für ein solides Liquiditätsrisikomanagement und eine solide Aufsicht zu prüfen, um deren Eignung angesichts jüngster regulatorischer und struktureller Entwicklungen zu gewährleisten.

Auch hierzu wird später im Jahr ein Update folgen.

Resilienz unter Druck: Geopolitik und KI

Die Ausschussmitglieder tauschten sich über die jüngsten Marktentwicklungen und die Aussichten für das globale Bankensystem aus.

Sie stellten fest, dass das System dank robuster Kapital- und Liquiditätspositionen widerstandsfähig bleibt.

Gleichzeitig betonten sie, dass erhöhte Spannungen, einschließlich des Konflikts im Nahen Osten, die wirtschaftlichen Aussichten unsicherer machen.

Potenzielle Zweit- und Drittrundeneffekte wie Inflationsdruck, Lieferkettenstörungen und Auswirkungen auf spezifische Sektoren (z.B. Energie und Landwirtschaft) könnten diese Resilienz auf die Probe stellen und erfordern weiterhin Wachsamkeit von Banken und Aufsichtsbehörden.

Auch die Entwicklungen im Nichtbanken-Finanzsektor, insbesondere im Bereich Private Credit, wurden erörtert.

Während die direkten Engagements der Banken begrenzt erscheinen, sind indirekte Engagements und Verflechtungen ein Beobachtungspunkt.

In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung einer verstärkten aufsichtsrechtlichen Kontrolle und des grenzüberschreitenden Informationsaustauschs hervorgehoben.

Die Mitglieder nahmen zudem die Implikationen von KI-Modellen für die Cybersicherheit von Banken zur Kenntnis, da diese sowohl zur Stärkung der Abwehrmechanismen als auch für bösartige Zwecke genutzt werden könnten, was die Geschwindigkeit und das Ausmaß von Cybervorfällen erheblich verändern könnte.

Der Ausschuss wird die Entwicklungen weiterhin beobachten.

Proaktiver Wandel, langsame Umsetzung

Der Basler Ausschuss zeigt sich proaktiv in der Adressierung neuer Risiken wie IT-Sicherheit, Kryptoassets und Klimawandel, während er traditionelle Bereiche wie Liquidität und Finanzstabilität stärkt.

Diese umfassende Agenda ist entscheidend, um das Vertrauen in ein global vernetztes Bankensystem angesichts geopolitischer Spannungen und technologischer Umbrüche zu sichern.

Die vielen angekündigten "Updates später in diesem Jahr" deuten jedoch auf einen iterativen Prozess hin, der die Herausforderung widerspiegelt, Konsens unter den Mitgliedern zu finden.