Wachstum synthetischer Risikotransfers erfordert weitere Überwachung
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Wachstum synthetischer Risikotransfers erfordert weitere Überwachung

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht veröffentlicht eine Analyse zu synthetischen Risikotransfers (SRT). Obwohl diese Märkte stark gewachsen sind, erfordern sie weiterhin eine genaue Überwachung durch die Aufsichtsbehörden.

Der Aufstieg der synthetischen Risikotransfers

Die Märkte für synthetische Risikotransfers (SRT) haben in den letzten zehn Jahren erheblich an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen und sind eine wichtige Quelle für die Kapitalentlastung von Kreditrisiken im Unternehmensbereich.

SRT-Transaktionen ermöglichen es Banken, einen Teil des Kreditrisikos eines Asset-Pools auf eine Gegenpartei zu übertragen, während sie Eigentümer der zugrunde liegenden Vermögenswerte bleiben.

Private Investmentfonds dominieren die Investorenbasis, aber auch öffentliche Einrichtungen spielen eine Rolle.

Kapital- und Kreditrisikomanagement sind die Hauptmotivationen für Banken.

Im Vergleich zu Verbriefungen vor der globalen Finanzkrise (GFC) erscheinen die jüngsten SRTs umsichtiger strukturiert.

Die nach der GFC umgesetzten Regulierungs- und Aufsichtsreformen haben SRTs vereinfacht und zu stärkerer Überprüfung geführt.

Das Gesamtvolumen der geschützten Vermögenswerte in Kanada, der Eurozone, den USA und dem Vereinigten Königreich wird auf rund 750 Milliarden Euro geschätzt, was etwa 1,1 Prozent der gesamten Bankaktiva entspricht.

Blind Spots und Abhängigkeiten

Obwohl die mit der Nutzung von SRTs verbundenen Risiken, wie die zunehmende Abhängigkeit der Banken von Nichtbanken-Finanzintermediären (NBFIs), von den Marktteilnehmern anerkannt und bis zu einem gewissen Grad aktiv gemanagt werden, erfordern sie eine kontinuierliche Überwachung durch die Aufsichtsbehörden, da die SRT-Märkte weiter wachsen.

Einige Jurisdiktionen und Marktteilnehmer sehen zudem blinde Flecken in Bezug auf die Offenlegung und die Finanzierungsaktivitäten von SRTs.

Der Bericht des Basler Ausschusses ist Teil der fortgesetzten Überwachung und Untersuchung der Verflechtungen zwischen Banken und NBFIs, um die Finanzstabilität zu gewährleisten.

Wachstum mit Schattenseiten

Die Analyse des Basler Ausschusses bestätigt die wachsende Bedeutung von SRTs für das Kapitalmanagement der Banken, mahnt aber gleichzeitig zur Vorsicht.

Die Verlagerung von Risiken auf Nichtbanken-Finanzintermediäre schafft neue Verflechtungen, deren volle Tragweite noch nicht absehbar ist.

Für Aufsichtsbehörden bleibt die Balance zwischen Kapitalentlastung und potenziellen Systemrisiken eine zentrale Herausforderung.