BIS: Blockchain-Fragmentierung durch Konsensmechanismen
Eine neue Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) untersucht, wie Blockchain-Konsensmechanismen die Fragmentierung von Liquidität und Netzwerkeffekten vorantreiben. Die Autoren analysieren die Kompromisse zwischen Dezentralisierung, Sicherheit und Skalierbarkeit.
Das Trilemma der Blockchain-Architektur
Öffentliche, erlaubnislose Blockchains sollen die Abhängigkeit von zentralisierten Intermediären reduzieren.
Doch statt einer Konvergenz auf eine einzige skalierbare Infrastruktur entstand eine Vielzahl von Netzwerken, die Liquidität fragmentieren und Netzwerkeffekte verwässern.
Das Bulletin der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) beschreibt Konsensmechanismen und analysiert, warum diese Fragmentierung auftritt und welche Bedeutung sie für Marktstruktur und Resilienz hat.
Die Studie untersucht, wie Konsensmechanismen in erlaubnislosen Blockchains Dezentralisierung, Sicherheit und Skalierbarkeit ausbalancieren.
Diese Entscheidungen prägen die Beteiligung der Validatoren, Kosten und Koordination und führen zu unterschiedlichen Gleichgewichten über verschiedene Layer-1-Blockchains (L1s).
Die 'Blockchain-Trilemma' verdeutlicht diese Kompromisse: Viele Validatoren fördern Dezentralisierung und Sicherheit, erhöhen aber Kommunikationskosten und begrenzen den Durchsatz.
Designs, die Skalierbarkeit priorisieren, reduzieren die Validatorenzahl, schwächen aber die Dezentralisierung.
Risikoverlagerung durch Brücken
Die Vielfalt der L1-Netzwerke und das Wachstum von Layer-2-Lösungen (L2s), die Transaktionen off-chain ausführen, tragen zur Fragmentierung bei.
L2s entwickeln eigene Liquiditätspools und Governance-Mechanismen, was die vertikale Fragmentierung verstärkt.
Um Reibungsverluste zu reduzieren, sind Mitigation-Mechanismen wie Brücken und native Multi-Chain-Ausgabe entstanden.
Diese eliminieren die Fragmentierung jedoch nicht vollständig, sondern verlagern Risiken durch neue Vertrauensannahmen und operationelle Abhängigkeiten.
Brücken, die Werte zwischen Blockchains übertragen, konzentrieren beispielsweise Risiken durch kompromittierte Schlüssel oder Smart-Contract-Fehler.
Der Ronin Network Hack von 2022 mit 625 Millionen US-Dollar verdeutlichte diese Schwachstellen.
Ein Dilemma für die Finanzmärkte
Die Studie der BIS legt offen, dass die vermeintliche Dezentralisierung von Blockchains in der Praxis zu neuen Abhängigkeiten führt.
Fragmentierung und die Notwendigkeit von Brücken schaffen Schwachstellen, die das System anfälliger für Angriffe und Governance-Probleme machen.
Für die Integration in traditionelle Finanzmärkte bleiben diese inhärenten Kompromisse eine erhebliche Hürde.