Vujčić: Eurozone-Konvergenz widerstandsfähig
EZB-Vizepräsident Boris Vujčić betont die Widerstandsfähigkeit der Eurozone. Die Währungsunion habe sich auch in Krisenzeiten bewährt und sei weiter attraktiv.
Ein beispielloser Erfolg
EZB-Vizepräsident Boris Vujčić, der am 2. Juni 2026 seine neue Position antrat, betonte die thematische Konsistenz seiner Rolle mit dem Konferenzthema "Übergang in ein neues Regime".
Er erinnerte an die Gründung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) in den frühen 1990er Jahren, die von vielen als ehrgeizig und unsicher angesehen wurde.
Es gab erhebliche Skepsis, ob so unterschiedliche europäische Volkswirtschaften eine gemeinsame Währung erfolgreich teilen könnten.
Heute, mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Einführung des Euro, hat sich die Mitgliederzahl der Eurozone fast verdoppelt.
21 Länder teilen nun die gemeinsame Währung, die von über 350 Millionen Europäern täglich genutzt wird.
Der Euro hat sich als zweitwichtigste Währung im internationalen Handel und Finanzwesen etabliert – eine außergewöhnliche Leistung, die ohne erheblichen Aufwand nicht möglich gewesen wäre.
Die Architekten des Euro verstanden, dass eine gemeinsame Währung mehr als nur politisches Engagement erforderte, um Stabilität und Konvergenz zu fördern.
Maastricht-Kriterien als Stabilitätsanker
Im Zentrum der Konvergenzkriterien, die im Maastrichter Vertrag verankert sind, steht die Idee, dass monetäre Integration nur mit einem ausreichenden Grad an Konvergenz und politischer Disziplin gelingen kann.
Vujčić erläuterte die vier Kriterien: Preisstabilität, solide öffentliche Finanzen, langfristige Zinskonvergenz und Wechselkursstabilität.
Letzteres erfordert eine erfolgreiche zweijährige Teilnahme am Europäischen Wechselkursmechanismus (WKM II).
Der WKM II sei mehr als ein "Warteraum"; er sei ein "Übungsraum", in dem Länder ihre Bereitschaft zur Euro-Einführung demonstrieren.
Er fördert politische Koordination, institutionelle Bereitschaft und Vertrauensbildung, schützt Währungen vor ungerechtfertigtem Druck und incentiviert solide makroökonomische Politiken.
Mehr als nur technische Regeln
Die europäische Konvergenzarchitektur hat sich als bemerkenswert robust und anpassungsfähig erwiesen, selbst unter schwierigsten Bedingungen wie der Finanzkrise oder der Pandemie.
Die Einführung der Bankenunion und die Stärkung der makroökonomischen Überwachung haben das ursprüngliche Rahmenwerk sinnvoll ergänzt.
Der anhaltend hohe Rückhalt in der Bevölkerung und die kontinuierliche Erweiterung der Eurozone sind der stärkste Beleg für den Erfolg dieses ambitionierten Integrationsprojekts.