Jones (BIS): Finanzsystem wird schockanfälliger
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Jones (BIS): Finanzsystem wird schockanfälliger

Brad Jones, Assistant Governor der RBA, warnt vor einem schockanfälligeren Finanzsystem. Geopolitische Spannungen erfordern verstärkte Anstrengungen zur Sicherung kritischer Infrastrukturen und Kapitalflüsse.

Geopolitik: Keine Randnotiz mehr

Brad Jones, Assistant Governor der Reserve Bank of Australia (RBA), betonte, dass die Geopolitik für das Finanzsystem keine rein historische Angelegenheit mehr sei.

Stattdessen zwinge sie politische Entscheidungsträger weltweit dazu, ihre Finanzsysteme auf ein gefährlicheres Risikoumfeld vorzubereiten.

In Australien sei dies seit Jahren ein zentraler Fokus des Council of Financial Regulators (CFR).

Ein angespanntes geopolitisches Umfeld könne weitreichende Auswirkungen auf die Widerstandsfähigkeit kritischer Zahlungsinfrastrukturen, Bedrohungen durch Desinformationskampagnen und ausländische Einmischung, die Fragmentierung grenzüberschreitender Kapitalflüsse unter dem Schatten von Vermögensbeschlagnahmungen sowie immer ausgefeiltere Sanktionsumgehungstechniken haben.

Jones' Fazit ist klar: Es liege im kollektiven Interesse, sich auf ein zukünftiges Finanzsystem vorzubereiten, das anfälliger für Schocks ist.

Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor sei entscheidend, um das finanzielle Sicherheitsnetz im In- und Ausland zu stärken.

Vier Jahrhunderte internationaler Ordnung

Die Entwicklung des internationalen Finanzsystems ist eng mit der globalen Ordnung verknüpft.

Nach dem Westfälischen Frieden (1648) blieb das Finanzsystem fragmentiert.

Das Konzert der Mächte (1814-1913) ermöglichte die erste moderne Globalisierungsära mit beispiellosen Kapital- und Warenströmen.

Doch die Weltkriege und die Große Depression führten zu Protektionismus.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg schufen die San Francisco Accords und das Bretton Woods Abkommen eine Ära der Stabilität und Integration.

Nach dem Kalten Krieg galt Geopolitik lange als irrelevant für die Finanzmärkte, was zu niedrigen Risikoprämien führte.

Jones warnt jedoch, dass viele prägende Entwicklungen im Finanzsystem historisch durch geopolitische Umwälzungen bedingt waren.

Finanzsystem als Schlachtfeld

Die Ära der geopolitischen Sorglosigkeit ist vorbei; die Geschichte kehrt mit voller Wucht zurück.

Finanz- und Technologiesektoren werden zunehmend zum Epizentrum strategischer Konkurrenz, was sich in steigenden Cyberbedrohungen und der Pre-Positionierung von Malware manifestiert.

Diese Entwicklung zwingt uns, die Welt so zu nehmen, wie sie ist, und das Finanzsystem auf eine neue Ära der Instabilität vorzubereiten.