Balz: Bargeld und digitaler Euro ergänzen sich
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Balz: Bargeld und digitaler Euro ergänzen sich

Burkhard Balz von der Bundesbank betont, dass Bargeld und der digitale Euro keine Konkurrenten, sondern komplementäre Formen öffentlichen Geldes sind. Beide sollen sichere und effiziente Zahlungen im Euroraum gewährleisten.

Ergänzung statt Verdrängung

Balz, zuständig für Bargeld, Zahlungsverkehr und den digitalen Euro bei der Bundesbank, sieht diese Bereiche nicht als konkurrierend.

Sie verfolgen ein gemeinsames Ziel: sichere, effiziente und zuverlässige Zahlungen im Euroraum, auch bei sich ändernden Gewohnheiten.

Die Europäische Kommission hat ein Paket mit zwei parallelen Vorschlägen vorgelegt: einen zum digitalen Euro und einen zu Euro-Banknoten und -Münzen.

Letzterer klärt den Status des gesetzlichen Zahlungsmittels, stärkt die Annahmepflicht von Bargeld im Einzelhandel und verpflichtet die Mitgliedstaaten, den praktischen Zugang zu Bargeld zu gewährleisten.

Die Bundesbank unterstützt diesen Ansatz aktiv, da Bargeld das physische Kernprodukt der Zentralbank bleibt.

Der digitale Euro ist dabei nicht als Ersatz für Bargeld konzipiert, sondern als Ergänzung in einem Bereich, in dem Zentralbankgeld für alltägliche digitale Zahlungen noch nicht direkt verfügbar ist.

Effizienz, Resilienz, Autonomie

Der Bedarf an einem digitalen Euro ergibt sich aus den sich wandelnden Zahlungsgewohnheiten; in Deutschland sank der Anteil der Barzahlungen von 74 Prozent (2017) auf 51 Prozent (2023).

Das Eurosystem nennt drei Hauptgründe für eine öffentliche Option im digitalen Zahlungsverkehr: Effizienz, Resilienz und strategische Autonomie.

Effizienz, da Europa kein gemeinsames digitales Zahlungsinstrument hat.

Resilienz, da eine Offline-Funktionalität Zahlungen auch bei Netzausfällen ermöglichen soll, wie der Stromausfall in Spanien und Portugal 2025 zeigte.

Strategische Autonomie, weil zwei Drittel der Kartenzahlungen im Euroraum über internationale Systeme außerhalb Europas abgewickelt werden.

Dies stellt eine strukturelle Abhängigkeit dar.

Ein digitaler Euro würde ein öffentliches, digitales Zahlungsmittel für Bürger im gesamten Euroraum auf europäischer Infrastruktur und Regeln basierend bereitstellen.

Zukunft mit Wahlfreiheit

Balz's Rede unterstreicht die strategische Weitsicht der Bundesbank, die den Wandel im Zahlungsverkehr nicht ignoriert, sondern aktiv mitgestaltet.

Die Betonung der Komplementarität von Bargeld und digitalem Euro ist entscheidend, um Ängste vor einer Abschaffung des Bargeldes zu zerstreuen und Vertrauen in neue Zahlungsmittel aufzubauen.

Letztlich geht es um die Sicherung der Wahlfreiheit und die Stärkung der europäischen Souveränität im digitalen Raum.