Balz: Bargeld und digitaler Euro sichern Zahlungsverkehr
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Balz: Bargeld und digitaler Euro sichern Zahlungsverkehr

Burkhard Balz von der Bundesbank betont die Notwendigkeit, den Zahlungsverkehr durch Bargeld und einen digitalen Euro resilient zu gestalten. Er vergleicht Zahlungssysteme mit einem Hochhaus, in dem Bargeld die unverzichtbare Treppe ist.

Das Paradox der Banknoten

Balz skizziert drei Trends im Zahlungsverkehr: den Rückgang der alltäglichen Bargeldnutzung, die anhaltende Nachfrage nach Bargeld als Wertaufbewahrungsmittel und die zunehmende Abhängigkeit von privaten digitalen Zahlungen.

In Deutschland sank der Bargeldanteil bei Transaktionen von 58 Prozent im Jahr 2021 auf 51 Prozent.

Dieser Wandel, oft als „Banknotenparadoxon“ bezeichnet, führt zu einer schrumpfenden Bargeldinfrastruktur und steigenden Stückkosten.

Gleichzeitig werden digitale Zahlungen effizienter, aber auch anfälliger für Cyberrisiken, Single Points of Failure und geopolitische Spannungen.

Die Zentralbanken stehen vor der Herausforderung, die Sicherheit, Inklusivität und Resilienz des Zahlungssystems zu gewährleisten, insbesondere in Krisenzeiten, wenn Menschen auf die bewährtesten Optionen zurückgreifen.

Fünf Säulen für robuste Zahlungen

Die Bundesbank verfolgt eine Strategie zur Stärkung des Bargelds und zur Härtung digitaler Zahlungen.

Erstens soll der Zugang zu Bargeld gesichert werden, etwa durch innovative Vertriebsmodelle und Überwachung von Risikogebieten.

Zweitens wird die Akzeptanz von Bargeld gefördert, indem Barrieren abgebaut und der Wert von Bargeld kommuniziert wird.

Drittens modernisiert die Bundesbank ihre Bargeldinfrastruktur, um Effizienz und Resilienz zu steigern.

Viertens wird die Widerstandsfähigkeit digitaler Zahlungen durch robuste Notfallpläne, Redundanz und Cybersicherheit gestärkt, inklusive offline-fähiger Lösungen.

Fünftens soll ein klarer strategischer Rahmen für die Zukunft des Bargelds und der Zahlungen geschaffen werden, um Unsicherheiten zu begegnen und alle Akteure einzubinden, wie im Nationalen Bargeldforum in Deutschland geschehen.

Digitaler Euro: Notwendige Ergänzung, keine Revolution

Balz' Metapher des „öffentlichen Aufzugs“ verdeutlicht die strategische Notwendigkeit eines digitalen Euros zur Stärkung der monetären Souveränität.

Die Betonung von Resilienz und Wahlfreiheit ist dabei zentral, um Akzeptanz zu schaffen und Abhängigkeiten von privaten Anbietern zu reduzieren.

Dennoch bleibt die Herausforderung, die Balance zwischen Innovation und dem Erhalt des Bargelds als Krisenanker zu finden, eine Gratwanderung.