Balz: Bargeld und Digitaler Euro stärken Resilienz
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Balz: Bargeld und Digitaler Euro stärken Resilienz

Burkhard Balz von der Deutschen Bundesbank betont die komplementäre Rolle von Bargeld und dem digitalen Euro für die Resilienz des Zahlungsverkehrs. Er sprach auf dem Global Currency Forum in Antalya.

Bargeld als bewährter Anker der Stabilität

Resilienz im Zahlungsverkehr bedeutet, dass Zahlungen auch unter extremen Bedingungen möglich sein müssen – sei es bei Stromausfällen, Cyberangriffen oder Infrastrukturstörungen.

Dieses Konzept umfasst Verfügbarkeit, Robustheit und Redundanz.

Bargeld, als physische Form von Zentralbankgeld, erweist sich hierbei als unverzichtbar.

Es ist unabhängig von digitaler Infrastruktur, bietet Privatsphäre und ist inklusiv.

Studien der Bundesbank zeigen, dass die Nachfrage nach Bargeld in Krisenzeiten, wie der globalen Finanzkrise oder der COVID-19-Pandemie, signifikant ansteigt – ein Phänomen, das als „Banknoten-Paradox“ bekannt ist.

Die Bundesbank sichert die Bargeldversorgung durch ein dichtes Netz von 31 Filialen und arbeitet eng mit Akteuren des Bargeldkreislaufs zusammen, um die Krisenfestigkeit zu gewährleisten.

So bleibt Bargeld ein entscheidender Pfeiler der Zahlungsresilienz.

Digitaler Euro: Resilienz durch Design

In einer zunehmend digitalen Welt muss auch öffentliches Geld digital verfügbar sein.

Der digitale Euro ist als Ergänzung zum Bargeld konzipiert, um die Rolle des Zentralbankgeldes im digitalen Raum zu erweitern.

Resilienz ist dabei ein zentrales Designprinzip.

Zu den Kernmerkmalen gehören die Offline-Funktionalität, die Zahlungen auch ohne Netzverbindung ermöglichen soll, sowie eine hohe Verfügbarkeit rund um die Uhr.

Die Infrastruktur wird vom Eurosystem bereitgestellt, ergänzt durch private europäische Anbieter, um Abhängigkeiten zu reduzieren.

Zudem wird der digitale Euro über bestehende Banken und Zahlungsdienstleister vertrieben, was die Integration in bestehende Systeme sichert.

Er soll die Resilienz des Euro stärken und das Vertrauen in ihn als Zahlungsmittel festigen, ohne alle Risiken zu eliminieren oder andere Instrumente zu ersetzen.

Resilienz-Strategie mit Hürden

Balz's Plädoyer für eine komplementäre Zahlungslandschaft ist eine strategische Notwendigkeit in einer zunehmend digitalen und fragilen Welt.

Die Betonung von Resilienz durch Bargeld und den digitalen Euro stärkt die monetäre Souveränität.

Doch die technischen und gesellschaftlichen Hürden bei der Implementierung des digitalen Euro, besonders bei Offline-Funktionalität und Akzeptanz, bleiben erheblich.