CHNV-Programm: Gemischte Effekte auf illegale Migration
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CHNV-Programm: Gemischte Effekte auf illegale Migration

Eine Studie der Federal Reserve Bank of Dallas zeigt gemischte Effekte des CHNV-Paroleprogramms auf illegale Einreisen in die USA. Legale Migrationswege reduzierten die unerlaubten Grenzübertritte nur für einige Länder.

Legale Wege, unklare Effekte

Das CHNV-Paroleprogramm ermöglichte über 530.000 Migranten aus Kuba, Haiti, Nicaragua und Venezuela zwischen Ende 2022 und Mitte 2024 die legale Einreise in die USA.

Die Dallas Fed-Studie untersuchte die Auswirkungen auf unerlaubte Grenzübertritte.

Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild: Für Kuba und Nicaragua gab es einen anhaltenden Rückgang der unerlaubten Einreiseversuche zwischen den offiziellen Grenzübergängen.

Venezuela verzeichnete einen kurzlebigen Rückgang, während für Haiti kein klares Muster erkennbar war.

Die Autoren vermuten, dass andere US-Humanitärprogramme die Motivation für unerlaubte Einreiseversuche beeinflussten.

Die Zahl der unzulässigen Migranten an offiziellen Grenzübergängen sank für keines der Länder.

Insgesamt reduzierte das Programm die Einreiseversuche von Nicaraguanern, hatte keinen Einfluss auf Kubaner und Venezolaner und erhöhte die Zahl der haitianischen Migranten.

Anstieg der Migration, neue Wege

Nach der Pandemie stieg die unerlaubte Migration in die USA stark an, mit über 6,3 Millionen Grenzübertritten zwischen 2021 und 2023.

Die Herkunftsländer der Migranten diversifizierten sich zunehmend, weg von traditionellen Quellen wie Mexiko und dem Nördlichen Dreieck.

Die Biden-Administration reagierte mit verstärkten Grenzoperationen und der Schaffung legaler Einreisewege ohne Visum, darunter die CBP One App und humanitäre Paroleprogramme.

Das CHNV-Programm wurde im Oktober 2022 für Venezolaner und im Januar 2023 für Kubaner, Haitianer und Nicaraguaner eingeführt.

Es erlaubte bis zu 30.000 Migranten pro Monat die Einreise.

Das Programm wurde Mitte 2024 pausiert und später formell beendet.

Komplexität statt einfacher Lösungen

Diese Studie verdeutlicht die inhärente Komplexität von Migrationspolitik und die oft unvorhersehbaren Auswirkungen scheinbar einfacher Lösungen.

Die Ergebnisse zeigen, dass legale Wege nicht automatisch unerlaubte Einreisen reduzieren, sondern die Dynamik der Migration auf vielfältige Weise beeinflussen können.

Zukünftige politische Maßnahmen müssen diese Nuancen berücksichtigen, um wirklich wirksam zu sein und die gewünschten Effekte zu erzielen.