EMEs: Kapitalflüsse und Währungssystem im Umbruch
BIS Paper Read in English

EMEs: Kapitalflüsse und Währungssystem im Umbruch

Schwellenländer (EMEs) navigieren in einem sich wandelnden globalen Finanzsystem. Eine neue BIZ-Publikation untersucht die Dynamik von Kapitalflüssen, Wechselkursen und Finanzbedingungen sowie die Rolle von Nichtbanken-Finanzinstituten.

EMEs trotzen globalen Schocks

Seit der globalen Finanzkrise haben Schwellenländer (EMEs) eine Verschiebung in der Zusammensetzung der Kapitalflüsse erlebt.

Dazu gehören die wachsende Bedeutung von Abflüssen durch Gebietsansässige, die verstärkte Nutzung von Lokalwährungsfinanzierungen und die zunehmende Rolle von Nichtbanken-Finanzinstituten (NBFIs) bei Portfoliozu- und -abflüssen.

Diese Trends, zusammen mit der steigenden intraregionalen Finanzintegration, erfordern widerstandsfähige und anpassungsfähige Politikrahmen.

Die Diskussionen auf dem EME Deputy Governors Meeting im März 2026 zeigten, wie EMEs vielfältige Instrumente wie Finanzkonditionenindizes, Deviseninterventionen und makroprudenzielle Maßnahmen nutzen, um externe Stabilität und nachhaltiges Wachstum in einem unsicheren globalen Umfeld zu gewährleisten.

Trotz großer Schocks wie der Covid-19-Pandemie, der synchronisierten geldpolitischen Straffung 2022 und erhöhter Handelsunsicherheit 2025 haben sich EMEs widerstandsfähig gezeigt.

US-Dollar als Taktgeber

Die Finanzbedingungen in den EMEs bleiben stark synchronisiert, was die anhaltende Bedeutung globaler Faktoren, insbesondere des US-Dollars, unterstreicht.

Finanzkonditionenindizes der EME-Zentralbanken und der BIZ zeigen, dass akkommodierende globale und inländische Bedingungen 2025 – begünstigt durch einen schwachen US-Dollar und Zinssenkungen in den EMEs – die Widerstandsfähigkeit stärkten.

Die Fähigkeit, Zinsen ohne Kapitalabflüsse zu senken, ist ein Indikator für verbesserte Politikrahmen.

Die Sensitivität von Portfolio-Kapitalflüssen und Lokalwährungsanleiherenditen gegenüber dem US-Dollar hat in den letzten Jahren abgenommen, was einen Kontrast zu den Kapitalabflüssen von 2020 und 2022 darstellt.

Struktureller Wandel erfordert Agilität

Die Studie bestätigt die Notwendigkeit, dass EME-Politikrahmen sich an strukturelle Veränderungen anpassen müssen.

Obwohl die Resilienz gestiegen ist, bleiben globale Faktoren wie der US-Dollar einflussreich und erfordern eine agile Reaktion.

Die Erkenntnisse sind entscheidend für Zentralbanken, um externe Stabilität und nachhaltiges Wachstum in einem komplexen internationalen Währungssystem zu sichern.