Kanadas Finanzsystem robust, doch Risiken nehmen zu
Die Bank of Canada (BoC) sieht das kanadische Finanzsystem als robust an, warnt aber vor zunehmenden Verwundbarkeiten. Senior Deputy Governor Carolyn Rogers und Deputy Governor Toni Gravelle stellten den Finanzstabilitätsbericht vor.
Stabile Lage, steigende Verwundbarkeiten
Das kanadische Finanzsystem hat ein herausforderndes Jahr gut gemeistert.
Haushalte und Unternehmen sind finanziell stabil, und die Banken haben ihre Schockabsorptionsfähigkeit gestärkt.
Dennoch haben die Verwundbarkeiten in einigen Bereichen zugenommen.
Die Bewertungen von Aktien und Unternehmensschulden sind historisch hoch, was die Märkte anfälliger für Korrekturen macht.
Auch die Emission globaler Staatsanleihen steigt, wobei Hedgefonds mit geliehenem Geld eine größere Rolle beim Kauf spielen.
Dies könnte bei Belastungen zu Störungen der Kernfinanzmärkte führen.
Die BoC betont, dass der FSR keine Prognose ist, sondern eine Einschätzung, wie bestehende Schwachstellen Schocks verstärken und sich im Finanzsystem ausbreiten könnten.
Die wirtschaftliche und geopolitische Lage ist volatiler geworden, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich mehrere Verwundbarkeiten gleichzeitig manifestieren und gegenseitig verstärken.
Sektoren im Fokus: Hypotheken, KI und Hebelwirkung
Spezifische Risiken wie Zölle, Handelsunsicherheit und der Krieg im Nahen Osten tragen zur globalen Volatilität bei.
Neue Herausforderungen ergeben sich aus der Künstlichen Intelligenz (KI), die neben Produktivitätsgewinnen auch Sektoren stören und Cyberangriffe beschleunigen könnte.
Im Haushaltssektor bleibt die Verschuldung hoch, obwohl das Vermögen gestiegen ist; das Risiko von Zahlungsschocks bei Hypothekenverlängerungen wird voraussichtlich bis Mitte 2027 weitgehend überwunden sein.
Kanadas Großbanken sind widerstandsfähiger geworden.
Jedoch nehmen die Verwundbarkeiten bei Nichtbanken-Finanzintermediären, insbesondere durch die Hebelwirkung von Hedgefonds, zu.
Die Ruhe trügt
Der Bericht der Bank of Canada mahnt, dass die scheinbare Stabilität des Finanzsystems durch tiefgreifende, miteinander verbundene Risiken untergraben werden könnte.
Die zunehmende Hebelwirkung im Nichtbankensektor und das volatile globale Umfeld erfordern erhöhte Wachsamkeit, um eine schnelle Ausbreitung von Schocks zu verhindern.
Dies ist ein klarer Aufruf an politische Entscheidungsträger, proaktiv an der Stärkung der Resilienz zu arbeiten.