Chia Der Jiun mahnt zu Reformen in globaler Finanzgovernance
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Chia Der Jiun mahnt zu Reformen in globaler Finanzgovernance

MAS-Chef Chia Der Jiun mahnt zu Reformen und Kooperation in der globalen Finanzgovernance. Angesichts häufiger Schocks und wachsender Risiken sei dies entscheidend für Stabilität.

Fünf Schocks in sechs Jahren

Die Weltwirtschaft sah sich in den letzten sechs Jahren mit fünf großen Nachfrage- und Angebotsschocks konfrontiert: die COVID-Pandemie, der Ukraine-Krieg mit einem globalen Energieschock, ein Zolltarifschock 2025, ein positiver Nachfrageschock durch KI-Investitionen ab 2024/2025 und ein beispielloser Energieversorgungsschock in diesem Jahr.

Dies führte zu erheblicher Volatilität, einer tiefen Wirtschaftskontraktion 2020 und der höchsten globalen Inflation seit Jahrzehnten, die 2022 bei 8,8 Prozent ihren Höhepunkt erreichte.

Trotz dieser Turbulenzen zeigte die Weltwirtschaft eine gewisse Resilienz, erholte sich ab 2023 stark und sah die Inflation 2024 näher am Ziel.

Dennoch bauen sich Risiken auf, die das globale Finanz- und Währungssystem künftig schädigen könnten.

Schwindender Spielraum, neue Abhängigkeiten

Die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft ist nicht selbstverständlich, da sich Risiken aufbauen.

Der fiskalische Spielraum ist nach multiplen Schocks geringer, mit anhaltenden Defiziten und höherer Verschuldung.

Viele Industrieländer haben Schuldenquoten von über 100 Prozent des BIP.

Globale Wachstumsaussichten und Aktienbewertungen sind stark von KI abhängig, deren Investitionsannahmen und Kosten unsicher bleiben.

Volkswirtschaften müssen daher in eigene Resilienz investieren, etwa durch umsichtige Fiskal- und Geldpolitik sowie solide Finanzregulierung.

Parallel dazu bietet regionale Zusammenarbeit, wie die zwischen China und ASEAN, großes Potenzial für Wachstum und Stabilität.

Der Handel zwischen diesen Regionen ist bereits erheblich gewachsen und soll weiter gefördert werden.

Kooperation als letzte Ver­tei­di­gungs­li­nie

Die globale Zusammenarbeit in monetärer und finanzieller Stabilität bleibt trotz Spannungen entscheidend.

Obwohl nationale Prioritäten oft im Vordergrund stehen, ist das gemeinsame Interesse an der Abwehr grenzüberschreitender Schocks unbestreitbar.

Daher ist ein kontinuierlicher Dialog unter Finanzpolitikern, basierend auf objektiven Daten und Analysen, unerlässlich, um gemeinsame Maßnahmen zu schmieden.