Scotti: KI in Finanzmärkten braucht Governance und Resilienz
Chiara Scotti, stellvertretende Gouverneurin der Banca d'Italia, betont die Notwendigkeit robuster Rahmenwerke für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in italienischen Finanzmärkten. Ein gemeinsamer Bericht von OECD, EU-Kommission und Banca d'Italia bildet die Grundlage für politische Maßnahmen.
KI ist keine Zukunftsmusik mehr
Künstliche Intelligenz ist im italienischen Finanzsektor keine Zukunftsmusik mehr, sondern zunehmend präsent.
Ihr Einsatz konzentriert sich zwar noch auf unterstützende Funktionen und interne Prozesse, beeinflusst aber bereits Kernfunktionen der Finanzmärkte wie Preisbildung, Liquiditätsbereitstellung und Marktintegrität.
Die Herausforderung liegt nicht primär in der Technologie, die sich rasant entwickelt, sondern in den institutionellen Rahmenbedingungen.
Es geht darum, KI so in Governance, Rechenschaftspflicht, Datenqualität, operationale Resilienz und das Management von Drittanbieterabhängigkeiten zu integrieren, dass die Marktfunktion gestärkt wird.
Dies erfordert auch eine Anpassung der Fähigkeiten von Behörden und Marktteilnehmern an das sich wandelnde Umfeld.
Drei Handlungsfelder für sichere Skalierung
Drei zentrale Handlungsfelder sind entscheidend.
Erstens: Stärkere gemeinsame Grundlagen erfordern den Abbau von Datenlücken und eine klarere Regulierung, insbesondere im Zusammenspiel des KI-Gesetzes mit der Finanzmarktgesetzgebung.
Zweitens: Effektivere KI-Governance und Resilienz.
Die Verantwortung muss bei Vorständen liegen, um Risiken in Kontrollrahmen einzubetten, und Resilienzrahmen müssen KI-bezogene Szenarien in Tests wie DORA und TIBER-EU integrieren.
Drittens: Der Übergang von Experimenten zur Integration.
Italien muss KI-Pilotanwendungen nachhaltig in Geschäftsprozesse einbetten, was klare Wege von Pilot zu Produktion und Investitionen in Kompetenzen erfordert.