Scotti: Digitaler Euro gegen Fragmentierung im Zahlungsverkehr
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Scotti: Digitaler Euro gegen Fragmentierung im Zahlungsverkehr

Chiara Scotti, stellvertretende Gouverneurin der Banca d'Italia, betont die Notwendigkeit des digitalen Euros. Er soll das öffentliche Geld in einer zunehmend digitalen Wirtschaft sichern und Fragmentierung im Zahlungsverkehr entgegenwirken.

Öffentliches Geld in digitaler Isolation

Chiara Scotti, stellvertretende Gouverneurin der Banca d'Italia, betont die Notwendigkeit des digitalen Euros zur Bewahrung des öffentlichen Geldes in einer zunehmend digitalen Gesellschaft.

Sie verweist auf den Rückgang der Barzahlungen im Euroraum von 54 auf 39 Prozent (2016-2024) und die Verdopplung des Online-Kaufwerts von 18 auf 36 Prozent (2019-2024).

Diese Entwicklung macht Bargeld in vielen digitalen Kontexten unbrauchbar.

'Die Frage ist, ob Europäer weiterhin Zugang zu öffentlichem Geld haben sollten, wenn ihr Wirtschaftsleben zunehmend digital wird', so Scotti.

Dies schafft drei Herausforderungen: die Einheitlichkeit des Geldes, da öffentliches Geld digital weniger präsent ist; Effizienz und Wettbewerb, da Netzwerk-Effekte zu Konzentration im Zahlungsverkehr führen; sowie Resilienz und strategische Autonomie, da eine Abhängigkeit von wenigen, oft außereuropäischen Anbietern Risiken birgt.

Der digitale Euro soll als digitale Form des europäischen Bargeldes diese Lücke schließen und eine öffentliche Infrastruktur für private Innovationen bieten.

Forschung diszipliniert das Design

Die Gestaltung des digitalen Euros wird maßgeblich durch akademische Forschung beeinflusst.

Diese hilft zu verstehen, warum eine universelle 'Outside Option' im Zahlungsverkehr wichtig ist, um die Marktmacht von Intermediären zu begrenzen.

Die Forschung warnt jedoch auch vor komplexen Implikationen einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) für Finanzstabilität, Geldpolitik und Wettbewerb.

Das Design ist entscheidend: Der digitale Euro soll ein Zahlungsmittel sein, kein Wertaufbewahrungsmittel.

Daher wird er nicht verzinst und unterliegt Haltegrenzen, um eine übermäßige Substitution von Bankeinlagen zu verhindern.

Unternehmen können zudem keine dauerhaften Guthaben halten.

Der digitale Euro soll die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, indem er eine öffentliche Infrastruktur für private Innovationen bietet und die Privatsphäre der Nutzer schützt, da eine Zentralbank kein kommerzielles Geschäftsmodell verfolgt.

Die digitale Lebensader Europas

Scotti positioniert den digitalen Euro als unverzichtbare öffentliche Infrastruktur, die weit über eine bloße Zahlungs-App hinausgeht.

Ihre Argumentation für Einheitlichkeit, Wettbewerb und Resilienz unterstreicht die strategische Bedeutung für Europas monetäre Souveränität.

Der digitale Euro wird so zum essenziellen Fundament für das Vertrauen in unser Geldsystem in einer zunehmend bargeldlosen Welt.