Griechenland: Stärker, aber Herausforderungen bleiben
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Griechenland: Stärker, aber Herausforderungen bleiben

Die griechische Wirtschaft zeigt sich trotz globaler Unsicherheiten widerstandsfähiger als in der Vergangenheit. Dennoch bleiben externe Risiken und strukturelle Herausforderungen bestehen, die koordinierte politische Antworten erfordern.

Wirtschaftlicher Aufschwung festigt sich

Die griechische Wirtschaft hat in den letzten Jahren ihre Widerstandsfähigkeit erheblich gestärkt.

Das BIP-Wachstum lag 2025 bei robusten 2,1 Prozent und übertraf damit zum fünften Mal in Folge den Durchschnitt des Euroraums.

Die Zusammensetzung des Wachstums verbesserte sich, wobei Investitionen einen höheren Beitrag als der private Konsum leisteten.

Die Investitionsquote erreichte ein 16-Jahres-Hoch, und produktive Investitionen stiegen auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten, was auf ein nachhaltigeres Wachstumsmodell hindeutet.

Auch der Arbeitsmarkt zeigte sich stark: Die Arbeitslosenquote sank 2025 auf 8,9 Prozent, den niedrigsten Stand seit 16 Jahren, bei steigender Erwerbsbeteiligung, insbesondere von Frauen und Jugendlichen.

Fiskalisch wurde ein Primärüberschuss von 4,9 Prozent des BIP erzielt, die Staatsverschuldung sank deutlich auf 146,1 Prozent des BIP, was die Glaubwürdigkeit stärkte.

Banken stärken Fundament und Wettbewerb

Der griechische Finanzsektor hat seine Fundamentaldaten erheblich verbessert.

Rentabilität, Kapital und Liquidität der Banken sind gestärkt, notleidende Kredite (NPL) deutlich reduziert.

Alle bedeutenden griechischen Banken haben nun Investment-Grade-Status, was das Interesse ausländischer Investoren erneuert hat, wie die Beteiligung von Unicredit an der Alpha Bank zeigt.

Die Restrukturierung kleinerer Banken beseitigte letzte Krisenlasten und förderte den Wettbewerb.

Maßnahmen wie der 'Prudential Backstop' und die landesweite Ausweitung regionaler Genossenschaftsbanken unterstützen die weitere Bilanzbereinigung.

Kreditdienstleister verwalten private Forderungen von 91,5 Milliarden Euro, was für die wirtschaftliche Erholung wichtig ist.

Der Weg zur vollen Konvergenz

Trotz der jüngsten Erfolge bleibt Griechenland mit erheblichen strukturellen Herausforderungen konfrontiert.

Ein hartnäckiges Investitionsdefizit, institutionelle Ineffizienzen und demografischer Druck bremsen das langfristige Wachstum und die Produktivität.

Um die Konvergenz mit dem Euroraum zu sichern, sind weitere konsequente Reformen in Digitalisierung, grüner Transformation und Humankapitalentwicklung unerlässlich.