Leitzinsen unverändert: Inflationsrisiken steigen
Der EZB-Rat belässt die drei Leitzinsen unverändert. Die Risiken für die Inflation haben sich verstärkt, während die Wachstumsrisiken zugenommen haben.
Krieg im Nahen Osten treibt Risiken
Der EZB-Rat belässt die drei Leitzinsen unverändert.
Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das Wachstum sich intensiviert haben.
Der Krieg im Nahen Osten hat zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt, was die Inflation antreibt und die Wirtschaftsstimmung belastet.
Die Teuerungsrate stieg im April auf 3,0 Prozent, nach 2,6 Prozent im März.
Die Energiepreisinflation sprang im April auf 10,9 Prozent.
Der EZB-Rat wird die Situation genau beobachten und einen datenabhängigen, von Sitzung zu Sitzung variierenden Ansatz verfolgen, ohne sich auf einen bestimmten Zinspfad festzulegen.
Robuster Arbeitsmarkt trifft auf Preisdruck
Die Wirtschaft des Euroraums zeigte zu Beginn der aktuellen Turbulenzen eine gewisse Dynamik, mit einem realen BIP-Wachstum von 0,1 Prozent im ersten Quartal 2026.
Der Arbeitsmarkt bleibt widerstandsfähig, die Arbeitslosenquote lag im März bei 6,2 Prozent.
Trotzdem belasten hohe Energiekosten die Realeinkommen.
Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) sank leicht auf 2,2 Prozent.
Dienstleistungen verteuerten sich um 3,0 Prozent, Güter um 0,8 Prozent.
Die Finanzierungsbedingungen bleiben insgesamt straffer als vor dem Krieg, mit gestiegenen Kosten für marktbasiertes Fremdkapital auf 3,9 Prozent im März.
Geduld ist das neue Handeln
Die EZB befindet sich in einer schwierigen Lage: Sie muss die Inflationsrisiken ernst nehmen, ohne das fragile Wachstum abzuwürgen.
Die Beibehaltung der Zinsen ist ein Signal der Vorsicht, das den Märkten die Entschlossenheit der Notenbank vermittelt.
Ob diese 'abwartende Haltung' ausreicht, um die multiplen Schocks zu absorbieren, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.