Lagarde: Geld im Wandel – Europas digitale Zukunft
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Lagarde: Geld im Wandel – Europas digitale Zukunft

Die Digitalisierung und geopolitische Verschiebungen transformieren die Welt des Geldes. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sieht darin eine Chance für Europa, die Fragmentierung in Großhandels- und Privatkundenzahlungen zu überwinden.

Tokenisierung: Großhandel im Umbruch

Die Digitalisierung transformiert den Geldwechsel und die Abwicklung von Geschäften, insbesondere durch Tokenisierung, so EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Im Großhandelsmarkt führt die Fragmentierung – 32 zentrale Wertpapierverwahrer in der EU gegenüber zwei in den USA – zu hohen Transaktionskosten.

Tokenisierung auf einem gemeinsamen Ledger ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von Eigentum und Zahlung, was eine neue, integrierte Infrastruktur schafft.

Der Markt signalisiert jedoch klar, dass eine breite Akzeptanz digitaler Vermögenswerte nur mit der Abwicklung in Zentralbankgeld erreicht wird.

Ohne ein glaubwürdiges, risikofreies Asset droht die Zersplitterung in private Inseln.

Das Eurosystem reagiert darauf mit Projekten wie Pontes, das noch in diesem Jahr tokenisierte Transaktionen in Zentralbankgeld abwickeln wird, und Appia, das einen Blaupause für einen europäischen Markt für tokenisierte Finanzen entwickelt.

Digitaler Euro: Verbindung zur Zentralbank

Für Privatkundenzahlungen ist der digitale Euro laut Lagarde entscheidend, um die Verbindung der Europäer zum Zentralbankgeld im Online-Zeitalter zu bewahren.

Er soll das Bargeld ergänzen und Europas Abhängigkeit von internationalen Kartensystemen beenden.

Aktuell laufen über 60 Prozent der Kartenzahlungen über nicht-europäische Netzwerke, und 13 von 21 Euro-Ländern haben kein nationales Kartensystem.

Der digitale Euro durchbricht diesen Teufelskreis: Als gesetzliches Zahlungsmittel muss er überall akzeptiert werden.

Seine offenen technischen Standards ermöglichen es Anbietern, europaweit zu agieren und europäische Akteure gleichberechtigt konkurrieren zu lassen.

Europas Chance im digitalen Zeitalter

Die Vision eines integrierten digitalen Finanzmarktes ist ambitioniert, aber essenziell für Europas Souveränität und die Stärkung der internationalen Rolle des Euro.

Ohne gemeinsame Standards und einen klaren Rechtsrahmen droht die Technologie die Fragmentierung, die sie eigentlich überwinden soll, nur zu reproduzieren.

Der Erfolg hängt maßgeblich von der Kooperation zwischen Zentralbanken, Marktteilnehmern und Regierungen ab, um die Chancen des digitalen Zeitalters vollständig zu nutzen.

Quelle: Christine Lagarde: Money in transition

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