Waller: Arbeitsmarktdaten entscheidend für künftige US-Zinspolitik – Abwarten bis März
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Waller: Arbeitsmarktdaten entscheidend für künftige US-Zinspolitik – Abwarten bis März

Fed-Gouverneur Christopher J. Waller bewertet die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten als 'Signal oder Rauschen' für die künftige Zinspolitik. Er mahnt zur Vorsicht und wartet auf weitere Daten vor der nächsten FOMC-Sitzung im März.

Januar-Daten: Stark, aber noch kein Trend

Im Januar votierte der FOMC für eine Zinspause, doch Waller sprach sich gegen diese Entscheidung aus.

Er favorisierte eine weitere Senkung um 25 Basispunkte, da er das Risiko eines Arbeitsmarktabschwungs bei gleichzeitig begrenztem Inflationsrisiko höher einschätzte.

Seitdem überraschte der Januar-Arbeitsmarktbericht mit deutlich stärkeren Zahlen als erwartet.

Die US-Wirtschaft schuf im Januar mehr Arbeitsplätze als in den neun Monaten zuvor zusammen.

Waller begrüßte dies als gute Nachricht, mahnte jedoch zur Vorsicht: 'Ein Monat guter Nachrichten ist noch kein Trend.'

Er betonte, dass weitere Daten für Februar, insbesondere zu Beschäftigung und Inflation, entscheidend sein werden, um zu beurteilen, ob die Januar-Zahlen 'Signal oder Rauschen' sind.

Erst dann werde er seine Haltung für die März-Sitzung festlegen.

Wirtschaft wächst solide, aber Arbeitsmarkt 2025 schwach

Die US-Wirtschaft zeigte im vierten Quartal 2025 ein reales BIP-Wachstum von 1,4 Prozent.

Private Konsumausgaben und Unternehmensinvestitionen stiegen um 2,4 Prozent.

Waller erwartet, dass das reale BIP in den ersten sechs Monaten 2026 über 2 Prozent wachsen wird.

Geschäftsumfragen im Januar signalisierten einen Aufschwung, insbesondere in der Fertigungsindustrie (+0,6 Prozent) und im Dienstleistungssektor.

Jedoch zeigten die Konsumausgaben Anzeichen einer Verlangsamung, insbesondere bei Haushalten mit niedrigerem und mittlerem Einkommen.

Die Arbeitsmarktdaten für 2025 wurden zudem deutlich nach unten revidiert, was 2025 zum schwächsten Jahr für die Jobschaffung außerhalb einer Rezession seit 2002 machte.

Dies liefert einen kritischen Kontext für die jüngsten Januar-Daten.

Vorsichtige Skepsis vor der Zinswende

Wallers Rede unterstreicht die inhärente Schwierigkeit, volatile Wirtschaftsdaten nach einer Phase der Unsicherheit zu interpretieren.

Seine vorsichtige Skepsis gegenüber den starken Januar-Zahlen, die er als potenzielles 'Rauschen' einstuft, betont die strikte Datenabhängigkeit der Fed.

Dies deutet darauf hin, dass die Fed bei der nächsten Sitzung eher eine Pause einlegen wird, es sei denn, die Februar-Daten zeigen eine klare Trendwende.