Waller stellt erneute Zinsanhebungen in Aussicht
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Waller stellt erneute Zinsanhebungen in Aussicht

Fed-Gouverneur Christopher Waller zieht wegen der gestiegenen Kerninflation baldige Zinsanhebungen in Betracht. Bei einer Rede in New York betonte er, dass die US-Notenbank ein erneutes Verschlafen des Inflationsdrucks wie im Jahr 2021 zwingend verhindern müsse.

Kerninflation im Aufwärtstrend

Die reale US-Wirtschaft zeigt sich resilient, doch die Teuerungsdynamik bereitet der Federal Reserve Sorgen.

Die Kernrate der persönlichen Konsumausgaben (PCE) kletterte von 3,0 Prozent im Dezember 2025 auf 3,4 Prozent im Mai 2026.

Der Anstieg wird vor allem durch Nacheffekte von Zöllen, hohe Energiepreise und die immense Nachfrage nach KI-Infrastruktur angetrieben.

Zwar verzeichnet der Arbeitsmarkt mit durchschnittlich 111.000 neuen Stellen pro Monat und einem Lohnwachstum von 3,5 Prozent eine solide Balance, doch reicht dies laut Waller nicht aus.

Falls die kommenden Inflationsdaten für Juni keine Abkühlung zeigen, müsse die Notenbank die Zinsen in naher Zukunft erneut anheben, um die Preisstabilität zu sichern.

Keine Wiederholung von 2021

Waller grenzte die aktuelle Lage ausdrücklich von den Jahren 2021 und 2022 ab.

Der Arbeitsmarkt ist mit einem Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitslosen von fast eins zu eins deutlich weniger angespannt als während der letzten Inflationswelle.

Zudem bleiben die Inflationserwartungen stabil verankert, wie die Renditen zweijähriger inflationsgeschützter Anleihen von 2,1 Prozent belegen.

Diese Verankerung erlaubt zwar ein besonneneres Vorgehen, schützt die Währungshüter jedoch keineswegs vor notwendigen Nachbesserungen beim Leitzins.

Das Trauma des späten Handelns

Wallers Rhetorik offenbart, wie tief das Trauma der verspäteten Zinsreaktion von 2021 in der Fed sitzt.

Wer jedoch aus Angst vor vergangenen Fehlern übereilt an der Zinsschraube dreht, riskiert eine unnötige Rezession.

Für Finanzinvestoren ist damit klar: Zinssenkungen sind bis auf Weiteres vom Tisch.

Quelle: Christopher J Waller: Monetary policy at a crossroads

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