Waller: Zinspause und mögliche Erhöhungen wegen Inflation
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Waller: Zinspause und mögliche Erhöhungen wegen Inflation

Fed-Gouverneur Christopher J. Waller sieht die Geldpolitik vor neuen Risiken. Der Nahostkonflikt und steigende Energiepreise könnten die Inflation nachhaltig beeinflussen, was eine Zinspause und sogar Erhöhungen nötig macht.

Wallers Kehrtwende: Inflation vor Arbeitsmarkt

Fed-Gouverneur Christopher J. Waller hat seine geldpolitische Einschätzung aufgrund des Nahostkonflikts und dessen Auswirkungen auf die Energiepreise revidiert.

Er sieht nun ein nachhaltigeres Inflationsrisiko, das ihn dazu veranlasste, bei der letzten FOMC-Sitzung im April eine Zinspause zu befürworten.

Die jüngsten Daten stützen diese Haltung: Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich, doch die Gesamtinflation steigt.

Waller befürwortet daher, die Formulierung eines 'Lockerungs-Bias' aus dem geldpolitischen Statement zu entfernen, um klarzustellen, dass eine Zinssenkung nicht wahrscheinlicher ist als eine Erhöhung.

Er schließt Zinserhöhungen 'weiter unten auf der Straße' nicht mehr aus, sollte die Inflation nicht bald nachlassen, insbesondere wenn Inflationserwartungen sich entankern.

Die PCE-Inflation, das bevorzugte Maß des FOMC, stieg im April auf geschätzte 3,8 Prozent im Jahresvergleich, den höchsten Stand seit drei Jahren und deutlich über dem 2-Prozent-Ziel.

Die Kern-PCE-Inflation lag bei 3,3 Prozent, der höchste Wert seit zweieinhalb Jahren.

Wirtschaft wächst, Arbeitsmarkt stabil

Die US-Wirtschaft wächst weiterhin solide, angetrieben durch hohe Unternehmensinvestitionen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und robuste Konsumausgaben.

Das reale BIP wuchs 2025 um 2,1 Prozent und im ersten Quartal um 2 Prozent.

Trotz gesunkener Konsumentenstimmung halten die Ausgaben an.

Der Arbeitsmarkt hat sich nach Wallers Einschätzung stabilisiert; die Arbeitslosenquote lag im April bei 4,3 Prozent, nahe dem langfristigen Niveau.

Die Schaffung von netto 115.000 Arbeitsplätzen im April und durchschnittlich 48.000 in den letzten drei Monaten ist historisch niedrig, aber angesichts des geringen Arbeitskräftezuwachses konsistent mit einem stabilen Markt.

Waller betonte, dass seine früheren Bedenken bezüglich des Arbeitsmarktes nun von Inflationssorgen überlagert werden.

Kurzfristige Inflationserwartungen (ein bis fünf Jahre) sind seit Anfang 2026 gestiegen.

Fed-Dilemma: Inflation erzwingt Umdenken

Wallers Rede signalisiert eine deutliche Verschiebung in der Fed-Debatte, da selbst ein als dovish geltender Gouverneur nun Zinserhöhungen nicht mehr ausschließt.

Die Sorge vor einer Verfestigung der Inflation durch externe Schocks wie den Nahostkonflikt wächst.

Dies schafft erhöhte Unsicherheit über den zukünftigen Zinspfad und eine mögliche Abkehr von der erwarteten Lockerung.

Quelle: Christopher J Waller: Policy risks have changed

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