Buch fordert stärkere Zusammenarbeit zwischen AMLA und EZB-Bankenaufsicht
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Buch fordert stärkere Zusammenarbeit zwischen AMLA und EZB-Bankenaufsicht

Claudia Buch, Vorsitzende des EZB-Bankenaufsichtsrats, betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen der neuen Anti-Geldwäsche-Behörde AMLA und der EZB. Dies sei entscheidend, um Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiken effektiv zu begegnen.

AMLA als Pfeiler der europäischen Aufsicht

Buch betonte, dass die 2025 gegründete Europäische Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLA) die Zusammenarbeit zwischen den Aufsichtsbehörden verbessern und die Fragmentierung reduzieren wird.

Ab 2028 wird AMLA direkte Aufsichtsaufgaben für risikoreichere Kredit- und Finanzinstitute übernehmen.

Dies soll Kriminellen erschweren, nationale Unterschiede auszunutzen.

"Ähnlich wie der Einheitliche Aufsichtsmechanismus in der Bankenaufsicht kann AMLA für mehr Konsistenz, Konvergenz und Effektivität in der Aufsicht sorgen," so Buch.

Die EZB, deren Aufsichtsaufgaben keine Geldwäscheaufsicht umfassen, profitiert von der engen Kooperation mit AMLA, um Einblicke in Governance-Mängel und Kontrollschwächen zu erhalten, die für ihre prudenzielle Bewertung relevant sind.

Im Juni 2025 unterzeichneten EZB und AMLA ein Memorandum of Understanding, das einen klaren Rahmen für die Zusammenarbeit bei Richtlinien, Aufsichtsstandards und der Nutzung von Aufsichtsbefugnissen bietet.

Digitale Risiken und die Rolle der Technologie

Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiken (ML/TF) sind für die prudenzielle Aufsicht von Bedeutung, da Versäumnisse die Geschäfts-, Kredit-, Rechts-, Betriebs- und Reputationsrisiken einer Bank erheblich verschärfen können.

Die Digitalisierung des Finanzwesens schafft neue Schwachstellen, darunter neue Betrugsarten, anonyme grenzüberschreitende Zahlungen und häufigere Cyberangriffe.

Insbesondere der Kryptowert-Sektor ist anfällig für ML/TF-Risiken, da Dienstleister (CASPs) aufgrund ihrer technologischen Merkmale und grenzüberschreitenden Operationen erhöhten Risiken ausgesetzt sind.

Die EZB-Bankenaufsicht arbeitet mit Banken zusammen, um den Einsatz neuer Technologien und KI zur Erkennung verdächtiger Muster zu fördern und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken zu managen.

Ein längst überfälliger Schritt

Die Etablierung von AMLA und die verstärkte Kooperation mit der EZB sind ein entscheidender Fortschritt für die europäische Finanzstabilität.

Die Angleichung der Aufsichtsstandards wird die Ausnutzung von Schlupflöchern erschweren und das Vertrauen in den Bankensektor stärken.

Dennoch bleibt die Herausforderung der effektiven Implementierung im Alltag enorm, um die theoretischen Vorteile in die Praxis umzusetzen.