Buch verlangt weniger Komplexität in Bankenaufsicht
EZB-Chefaufseherin Claudia Buch hat vor dem EU-Parlament Reformen zur Vereinfachung der Bankenregulierung gefordert. Trotz geopolitischer Risiken und KI-Gefahren verlangt sie die zügige Vollendung der Bankenunion.
Starke Kapitalbasis trifft auf KI-Risiken
Im Europäischen Parlament betonte Claudia Buch die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors bei anhaltenden geopolitischen Spannungen und steigenden Unternehmensinsolvenzen.
Die Kapitalausstattung der Institute sei mit einer Ausschüttungsquote von rund 50 Prozent weiterhin stark, während die Eigenkapitalanforderungen für das harte Kernkapital (CET1) im Vergleich zu 2019 weitgehend unverändert geblieben sind.
Neue Herausforderungen entstehen vor allem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz: Über 85 Prozent der beaufsichtigten Banken nutzen KI-Tools, wodurch die Anfälligkeit für Cyberangriffe steigt.
Buch forderte die Institute auf, die hohe Profitabilität für mehrjährige IT-Investitionen zu nutzen und Schwachstellen im Risikomanagement umgehend zu beheben.
Weniger Puffer, mehr Einlagensicherung
Die EZB plant eine gezielte Entlastung bei den Aufsichtsregeln, ohne die Stabilität zu gefährden.
Die Anzahl der makroprudenziellen Puffer soll reduziert und deren Anwendung harmonisiert werden.
Zudem bietet eine neue Berechnungsmethodik für die Säule-2-Anforderungen mehr Klarheit über Überschneidungen.
Für eine vollständige Integration des Binnenmarktes drängt die Aufsicht auf den Abschluss der Bankenunion samt einer europäischen Einlagensicherung, um grenzüberschreitende Kapitalflüsse zu erleichtern.
Mut zum Binnenmarkt fehlt weiterhin
Der versprochene Abbau bürokratischer Hürden kommt für den Finanzsektor zur rechten Zeit.
Ohne eine gemeinsame Einlagensicherung bleibt die Bankenunion jedoch eine halbe Sache.
Solange nationale Bedenken die Integration lähmen, verliert Europas Bankensektor an internationaler Schlagkraft.