Klimawandel: Afrikas Zentralbanken vor großen makroökonomischen Herausforderungen
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Klimawandel: Afrikas Zentralbanken vor großen makroökonomischen Herausforderungen

Drei Ökonomen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigen in einer Studie, wie Klimarisiken die Geldpolitik und Finanzstabilität in Afrika beeinflussen. Physische und Transitionsrisiken führen dort zu stärkerer Inflation und tieferen Wirtschaftseinbrüchen.

Klimarisiken als strukturelle Herausforderung

Der Klimawandel stellt eine strukturelle Herausforderung für die Weltwirtschaft dar, mit direkten Auswirkungen auf die Kernmandate der Zentralbanken.

Steigende Temperaturen, häufigere Extremwetterereignisse und die Unsicherheit des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft erzeugen Risiken, die mit traditionellen geld- und finanzpolitischen Kanälen komplex interagieren.

Physische Risiken wie Überschwemmungen und Hitzewellen beeinträchtigen die Produktionskapazität, stören Lieferketten und reduzieren die Arbeitsproduktivität.

Dies verlangsamt die Wirtschaftstätigkeit und kann Preise in die Höhe treiben.

Transitionsrisiken, die aus klimabezogenen Politikänderungen, technologischen Fortschritten und sich entwickelnden Marktpräferenzen entstehen, beeinflussen ebenfalls makroökonomische Ergebnisse.

Verzögerte oder abrupte Anpassungen können Volatilität erhöhen und Finanzbewertungen verschieben.

Afrikas besondere Anfälligkeit

Afrikanische Volkswirtschaften sind trotz ihres geringen Beitrags zu den globalen Treibhausgasemissionen besonders stark von Klimarisiken betroffen.

Der Kontinent erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt und erlebt häufiger extreme Wetterereignisse.

Dies führt zu erheblichen Produktionsverlusten von bis zu 2–5 Prozent des BIP und fiskalischen Belastungen.

Die hohe Abhängigkeit von klimasensiblen Sektoren wie Landwirtschaft und Energie sowie begrenzte fiskalische und versicherungstechnische Puffer verstärken die Anfälligkeit.

Die BIZ-Studie kombiniert Simulationen des BIS-Multisector (BIS-MS) Modells mit empirischen Daten zu Wetterkatastrophen, um die Auswirkungen physischer und transitionsbedingter Schocks auf Inflation, Output und politische Reaktionen zu untersuchen, mit besonderem Fokus auf Afrika.

Dringender Handlungsbedarf für Zentralbanken

Die Studie unterstreicht eindringlich, dass Klimarisiken keine Randerscheinung, sondern zentrale Herausforderungen für die Geld- und Finanzstabilität sind.

Insbesondere in Afrika erfordern die direkten Übertragungskanäle und begrenzten Puffer eine proaktive Integration in die Zentralbankpolitik.

Eine Stärkung der Daten- und Modellierungsrahmen ist daher unerlässlich, um diesen komplexen Dynamiken effektiv begegnen zu können.