CoCos: Besser als Schuldenersatz, aber erhöhen Finanzstress und Komplexität
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CoCos: Besser als Schuldenersatz, aber erhöhen Finanzstress und Komplexität

Eine neue Studie der EZB zeigt: Contingent Convertible Bonds (CoCos) eignen sich besser als Ersatz für herkömmliche Unternehmensschulden denn für Eigenkapital. Sie erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit von Finanzstress und sind komplexer als gedacht.

Das Paradox der CoCo-Wirkung

Contingent Convertible Bonds (CoCos) wurden nach der Finanzkrise 2008 als Instrument zur Stärkung der Bankenresilienz eingeführt.

Eine aktuelle Studie der EZB zeigt jedoch, dass ihr Nutzen nuancierter ist als angenommen.

CoCos erbringen eine bessere Wertschöpfung, wenn sie herkömmliche Unternehmensschulden ersetzen, anstatt als Eigenkapitalersatz zu dienen.

Obwohl sie die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls verringern können, erhöhen sie aufgrund der Möglichkeit der Kuponaussetzung die Wahrscheinlichkeit von Finanzstress.

Die Studie hebt zudem die erhebliche Komplexität dieser Instrumente hervor, was im Widerspruch zu ihrer Rolle als potenzielle Lösung für Finanzkrisen steht, die teilweise durch weniger komplexe Wertpapiere ausgelöst wurden.

Aus Sicht der Regierung stellen CoCos die schlechteste Bankenfinanzierungslösung dar, da sie die Kosten für Finanzstress erhöhen und steuerliche Nachteile mit sich bringen.

Vom Kriseninstrument zur Komplexitätsfalle

Die Einführung von CoCos war eine direkte Reaktion auf die Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung für Banken während der Finanzkrise 2007-09. Sie sollten die Verlustabsorptionsfähigkeit von Banken verbessern, ohne sofortige Eigenkapitalausgabe oder staatliche Rettungsaktionen zu erfordern.

Basel III definierte zwei Haupttypen: AT1 CoCos als komplexes Going-Concern-Instrument und Tier 2 CoCos als standardisierteres Gone-Concern-Instrument.

Obwohl CoCos bei den Resolutionen von Banco Popular (2017) und Credit Suisse (2023) Verluste absorbierten und Steuerzahler schonten, erfüllten sie ihre Going-Concern-Rolle nicht.

Die Umwandlung erfolgte erst am Punkt der Resolution, nicht präventiv, was ihre theoretische Prämisse infrage stellt und zu Marktverwirrung führte.

Komplexität übertrifft Nutzen

CoCos sind ein zweischneidiges Schwert, das seine ursprünglichen Versprechen nur teilweise einlöst.

Ihre erhöhte Komplexität und die Tendenz, Finanzstress zu verstärken, stellen ihren Nutzen als Kriseninstrument infrage.

Regulierer sollten die Rolle von CoCos kritisch hinterfragen und eine Vereinfachung anstreben.