Bankenrettung: Kreditvergabe an Risikokunden stabilisiert
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Bankenrettung: Kreditvergabe an Risikokunden stabilisiert

Eine neue BIS-Studie zeigt, wie Bankenrettungen die Kreditvergabe umgestalten. Erwerbende Banken stabilisieren die Kreditversorgung für übernommene Risikokunden, selbst unter Kapitaldruck.

Kre­di­tums­chich­tung sichert Risikokunden

Die Studie liefert erstmals Mikrodaten zur Kreditvergabe nach einer Bankenrettung mittels "Sale-of-Business" (SoB)-Tool.

Am Beispiel der Übernahme der Banco Popular durch Banco Santander im Jahr 2017 zeigen die Autoren, dass die erwerbende Bank Kreditbeziehungen aufrechterhielt.

Priorisiert wurde dabei die Unterstützung risikoreicherer übernommener Kreditnehmer, die am stärksten vom Rückzug konkurrierender Banken betroffen waren.

Diese Stabilisierung gelang trotz verschärfter Kapitalbedingungen, da die erwerbende Bank Kredite strategisch innerhalb ihres breiteren Portfolios umschichtete und sich von kapitalintensiveren Engagements löste.

Die SoB-Resolution bewahrte so Kredit- und Realwirtschaftsergebnisse für die übernommenen Kreditnehmer.

Neues Toolkit nach der Finanzkrise

Nach der globalen Finanzkrise wurden neue Instrumente zur Bankenabwicklung eingeführt, um Ausfälle ohne öffentliche Gelder zu managen.

Dazu gehören das "Bail-in"- und das "Transfer-of-Business"-Tool.

Letzteres umfasst "Sale-of-Business" (SoB), Brückenbanken und Asset-Separation.

Während die Auswirkungen von Brückenbanken und Asset-Separation untersucht wurden, fehlten Mikrodaten zum SoB-Tool.

Die Abwicklung der Banco Popular, der sechstgrößten Bank Spaniens mit 150 Mrd. Euro Bilanzsumme, war die erste unter dem EU-Abwicklungsmechanismus (SRM) und erfolgte ohne öffentliche Mittel.

Die Übernahme belastete die CET1-Quote von Banco Santander temporär um über einen Prozentpunkt.

Potenzial mit strategischen Hürden

Die Studie belegt das Potenzial des SoB-Tools, Störungen der Realwirtschaft zu begrenzen.

Sie zeigt aber auch, dass der Erfolg stark von der strategischen Ausrichtung und der Kapitalkapazität der erwerbenden Bank abhängt.

Die Fähigkeit zur internen Kreditumschichtung ist entscheidend, um die Stabilität für übernommene Kunden zu gewährleisten.

Für Regulierer bedeutet dies, die Anreize und Kapitalpuffer potenzieller Erwerber genau zu prüfen.