Grenzüberschreitende Zahlungen: Innovationen allein reichen nicht
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Grenzüberschreitende Zahlungen: Innovationen allein reichen nicht

Grenzüberschreitende Zahlungen bleiben teuer, langsam und intransparent. Eine neue Studie der BIZ zeigt, dass private Innovationen allein die Marktschwächen nicht überwinden können. Proaktive öffentliche Zusammenarbeit ist entscheidend für Harmonisierung und Wettbewerb.

Hürden im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr

Grenzüberschreitende Zahlungen (XBP), insbesondere im Privatkunden- und Überweisungsbereich, bleiben teurer, langsamer und intransparenter als Inlandszahlungen.

Diese Ineffizienzen bestehen, obwohl neue Technologien den Inlandszahlungsverkehr bereits stark verbessert haben.

Private Akteure können die zugrunde liegenden Marktversagen, wie begrenzte Interoperabilität und institutionelle Unterschiede, allein nicht überwinden.

Proaktive und kollaborative Anstrengungen des öffentlichen Sektors sind unerlässlich.

Schlüsselprioritäten sind eine stärkere Harmonisierung der Standards, insbesondere für die Nachrichtenübermittlung, effektivere Compliance-Regime und die Förderung des Wettbewerbs.

Das Korrespondenzbankenmodell, das den Großteil der XBP im Wert dominiert, ist aufgrund unterschiedlicher Währungen und Vorschriften komplexer.

SWIFT gpi und CLS Bank sind zentrale Akteure, die mit Echtzeit-Tracking und der Reduzierung des Herstatt-Risikos zur Effizienz beitragen.

Keynes' Erbe und G20-Initiativen

Schon John Maynard Keynes erkannte 1944 die Herausforderung des Währungsaustauschs im internationalen Handel.

Historisch spielten Banken seit dem 16. Jahrhundert eine Schlüsselrolle im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.

Heute beträgt der tägliche Devisenhandel 9,6 Billionen US-Dollar (April 2025).

Während der Großhandels-XBP relativ effizient ist, bleiben Privatkunden- und Überweisungs-XBP mit durchschnittlich 12 US-Dollar pro 200 US-Dollar und mehrtägigen Bearbeitungszeiten ineffizient.

Marktversagen, insbesondere in zweiseitigen Märkten und aufgrund von Netzwerkeffekten, erfordern öffentliche Interventionen.

Das G20-XBP-Programm von 2020 hat Fortschritte erzielt, doch innovative Technologien allein reichen nicht aus und bergen neue Risiken.

Technologie ist kein Allheilmittel

Die Studie bestätigt, dass die Komplexität grenzüberschreitender Zahlungen tief in Marktversagen und institutionellen Unterschieden verwurzelt ist.

Technologische Innovationen können zwar helfen, sind aber ohne koordinierte öffentliche Anstrengungen zur Harmonisierung und Regulierung unzureichend.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren globalen Zusammenarbeit, um die Effizienz und Transparenz für Endnutzer wirklich zu verbessern.