Cyberversicherungen: Digitales Sicherheitsnetz für Unternehmen
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Cy­ber­ver­si­che­run­gen: Digitales Sicherheitsnetz für Unternehmen

In einer zunehmend digitalisierten Welt wächst die Cyber-Bedrohung, doch nur ein Bruchteil der globalen Schäden ist versichert. Eine neue BIZ-Studie beleuchtet die Herausforderungen und das Potenzial von Cyberversicherungen als digitales Sicherheitsnetz.

Schutzlücke trotz wachsender Bedrohung

Cyberrisiken stellen eine zunehmende Bedrohung für die Finanz- und Wirtschaftsstabilität dar, verstärkt durch künstliche Intelligenz und geopolitische Spannungen.

Cybervorfälle können kritische Infrastrukturen, globale Lieferketten und das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigen, mit besonders akuten Risiken für den Finanzsektor, wo sie Zahlungssysteme destabilisieren und Kaskadenfehler auslösen können.

Trotz dieser wachsenden Gefahr ist die Abdeckung durch Cyberversicherungen bemerkenswert gering: Schätzungen zufolge sind nur 1 Prozent der weltweiten Cyber-Verluste versichert, wobei kleine und mittlere Unternehmen (KMU) am stärksten unterversichert sind.

Während der globale Cyberversicherungsmarkt wächst, stagniert das Wachstum, obwohl die Verfügbarkeit von Versicherungen zunimmt und die Prämiensätze fallen.

Diese Schutzlücke hat direkte und schwerwiegende Folgen für die wirtschaftliche Resilienz.

Komplexe Policen, unklare Deckung

Der Markt für Cyberversicherungen steht vor erheblichen Herausforderungen, darunter Deckungslücken, nicht-affirmative Deckung und Komplexitäten bei der Preisgestaltung.

Die Mehrdeutigkeit der Versicherungsbedingungen führt zu Unsicherheit über den genauen Umfang des Schutzes.

Ein kritisches Problem ist die nicht-affirmative oder „stille Cyberdeckung“, bei der Cyberrisiken weder explizit eingeschlossen noch ausgeschlossen sind.

Tatsächliche Angriffe haben gezeigt, dass die meisten Schäden unter Sachversicherungen geltend gemacht wurden, die nicht für Cyberrisiken konzipiert sind.

Obwohl die Branche und die Aufsichtsbehörden Maßnahmen ergriffen haben, um klarere Policen zu schaffen, schränken Ausschlüsse für staatlich gesponserte Cyberangriffe, Terrorismus und systemische Schwachstellen den Deckungsumfang weiterhin ein.

Die Preisgestaltung von Cyberversicherungen ist aufgrund begrenzter historischer Daten, der sich schnell entwickelnden Bedrohungslandschaft und der Vernetzung digitaler Ökosysteme besonders schwierig.

Traditionelle versicherungsmathematische Modelle, die stabile Risikoverteilungen annehmen, können die nicht-stationären und systemischen Merkmale von Cyberrisiken kaum erfassen.

Notwendig, aber kein Allheilmittel

Cyberversicherungen sind ein unverzichtbares Instrument zur Stärkung der Resilienz, doch ihre Marktreife hinkt der Bedrohungsentwicklung hinterher.

Ohne konzertierte Anstrengungen von Regierungen, Aufsicht und Industrie wird die Schutzlücke weiter wachsen.

Verbesserte Cyber-Hygiene und Public-Private-Partnerschaften sind entscheidend für eine umfassende Absicherung, die über reine Policen hinausgeht.