BoE-Resolution: Proportionalität und Reaktionsfähigkeit stärken Wachstum
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BoE-Resolution: Proportionalität und Reaktionsfähigkeit stärken Wachstum

David Ramsden von der Bank of England erläutert die Weiterentwicklung des Abwicklungsregimes nach den Bankenkrisen 2023. Ziel ist ein reaktionsfähigeres und proportionaleres System zur Stärkung der Finanzstabilität und des nachhaltigen Wachstums.

Reaktionsfähigkeit als neues Leitprinzip

Ramsden betonte, dass die Weiterentwicklung des Abwicklungsansatzes der Bank of England (BoE) seit den Ausfällen der Silicon Valley Bank (SVB) UK und Credit Suisse im März 2023 von einem gemeinsamen Ziel geprägt ist: maximale Reaktionsfähigkeit.

Diese sitzt nun neben Glaubwürdigkeit, Machbarkeit und Effektivität als Schlüsselziel des britischen Abwicklungsregimes.

Die BoE reagierte in den letzten zwei Jahren auf die Ereignisse von 2023, wobei bei der Abwicklung der SVB UK keine öffentlichen Gelder verloren gingen und die Credit Suisse-Pleite keine Ansteckung im britischen Finanzsystem verursachte.

Aus diesen Erfahrungen, insbesondere bei der Umsetzung der „Playbooks“, wurden Lehren gezogen, die die Notwendigkeit inhärenter Flexibilität unterstreichen.

Reaktionsfähigkeit bedeutet auch, über Banken hinaus auf die Entwicklung des breiteren Finanzsystems zu blicken, nicht zuletzt, da die Risiken für die Finanzstabilität 2025 zugenommen haben, angetrieben von geopolitischen Spannungen, Fragmentierung der Handels- und Finanzmärkte sowie Druck auf Staatsanleihenmärkte.

Prävention ist dabei ebenso wichtig wie die Heilung.

Weniger Kapital dank Abwicklungsregime

Ein glaubwürdiges und effektives Abwicklungsregime reduziert die notwendigen Eigenkapitalanforderungen für Banken, um die Finanzstabilität zu gewährleisten, die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Die Finanzkrise 2008 zeigte die unzureichende ex-ante-Resilienz, was die britische Regierung 137 Milliarden Pfund an öffentlichen Geldern kostete und zu dauerhaften Produktivitätseinbußen führte.

Der Finanzstabilitätsausschuss (FPC) bekräftigte im Dezember 2025, dass das britische Post-GFC-Regime, insbesondere das Abwicklungsregime, sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Kosten von Finanzkrisen reduziert.

Dies ermöglicht eine Reduzierung der Tier-1-Kapitalanforderungen um etwa 5 Prozentpunkte.

Die FPC beurteilt den angemessenen Benchmark für Tier-1-Kapitalanforderungen nun auf rund 13% der risikogewichteten Aktiva (RWA), 1 Prozentpunkt niedriger als zuvor.

Wer zahlt? Neue Regeln für kleine Banken

Die Anpassungen des Abwicklungsregimes sind ein pragmatischer Schritt, um die Balance zwischen Stabilität und Wachstum zu optimieren.

Die Erhöhung der Vermögensschwelle und die Flexibilisierung der MREL-Anforderungen für kleinere Transferfirmen zeigen eine nuancierte Risikobetrachtung.

Dies ist entscheidend, um die Belastung für weniger komplexe Institute zu reduzieren, ohne die Finanzstabilität zu gefährden.