Kalyalya: Sambia stärkt Banken mit Kapital- und Währungsreform
Der Gouverneur der Bank von Sambia, Dr. Denny H. Kalyalya, betonte die Bedeutung von Kapitaladäquanz und Währungsreform für die Finanzstabilität. Er sprach auf dem 4. Banken-Symposium der Stanbic Bank in Lusaka am 22. Mai 2026.
Kapitalregeln und Kwacha-Stärkung
Dr. Denny H. Kalyalya, Gouverneur der Bank von Sambia, hob die jüngsten Reformen zur Stärkung des Finanzsystems hervor.
Die im September 2025 überarbeiteten Kapitaladäquanzregeln zielen darauf ab, die Qualität und Quantität des regulatorischen Kapitals zu verbessern, insbesondere durch eine stärkere Betonung von Common Equity Tier 1 (CET1) Kapital, Kapitalerhaltungspuffern und der Leverage Ratio.
Ergänzend dazu wurden im Dezember 2025 Währungsdirektiven erlassen, um die Vorrangstellung des Kwacha bei inländischen Transaktionen zu festigen und die Währungssouveränität zu wahren.
Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors gegenüber vielfältigen Schocks, einschließlich geopolitischer, klimatischer und Cyber-Risiken, zu erhöhen und die makroökonomische Stabilität zu sichern.
Die Bank von Sambia beobachtet bereits spürbare Anpassungen in der Wirtschaft, da große Unternehmen ihre Zahlungen an inländische Lieferanten auf Kwacha umstellen.
Das Dilemma des Sovereign-Bank-Nexus
Kalyalya beleuchtete die enge Verflechtung zwischen dem Bankensektor und dem Staat, den sogenannten Sovereign-Bank-Nexus.
In Sambia machen die Bestände des Bankensektors an Staatsanleihen etwa ein Drittel der gesamten Bankaktiva aus.
Diese Exposition, verstärkt durch regulatorische Erleichterungen, kann die tatsächliche Kapitalstärke der Banken überzeichnen und die Anfälligkeit für staatliche Risiken erhöhen.
Eine Verschlechterung der Bonität des Staates kann sich direkt auf das Bankensystem übertragen.
Die Währungsreformen adressieren zudem die hohe Dollarisierung, die die Wirksamkeit der Geldpolitik schwächt und Bilanzrisiken schafft.
Die neuen Direktiven bieten jedoch Flexibilität für Sektoren wie Bergbau und Tourismus mit legitimen Fremdwährungsbedürfnissen.
Ein Modell für die Region
Sambia zeigt mit seinen Reformen einen proaktiven Ansatz zur Stärkung der Finanzstabilität in einem herausfordernden Umfeld.
Die Kombination aus verbesserten Kapitalregeln und der Stärkung der nationalen Währung könnte als Blaupause für andere Schwellenländer dienen.
Der Erfolg hängt nun von der konsequenten Umsetzung und der Fähigkeit ab, die Flexibilität für internationale Transaktionen zu wahren.